Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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Ich habe nur Ein Wort, gleichwie ich nur Ein Herz habe,

Morrel; dieſes Wort habe ich Ihnen gegeben, gleichwie mein Herz das Ihrige iſt. 3 Alſo dieſen Abend, ein Viertel vor Neun, am Gitter. Ihre Gattin Valentine von Villefort.

Nachſchrift. Meine arme Großmutter wird immer kränker, geſtern ging ihre Aufregung in Phantaſieen über, heute grenzen ihre faſt an Tollheit.

O nicht wahr, Morrel, Sie werden mich ſehr lieben? damit ich vergeſſe, daß ich ſie in dieſem Zuſtande verlaſſen konnte.

Ich glaube, daß man dem Großpapa Noirtier verheimlichen will, daß der Contract dieſen Abend unterzeichnet werden ſoll.

Morrel ließ ſich nicht an den, ihm durch Valentine gewordenen Nachrichten genügen, ſondern ging zu dem Notar, der ihm Alles beſtätigte. 7

Dann machte er Monte⸗Chriſto einen Beſuch und dort erfuhr er noch das Meiſte. Franz hatte den Grafen von der dieſen Abend ſtattfinden ſollenden Feierlichkeit benachrichtigt, Frau von Villefort ſchriftlich um Verzeihung gebeten, ihn nicht bei ſich ſehen zu können, weil ſie es nicht verantworten wolle, daß ein Schatten der Traurig⸗ keit, welchen Herrn von Saint⸗Méran's Tod und die Krankheit ſeiner Gemahlin in ihrem Hauſe hervorgebracht, des Grafen Stirn ver⸗ düſtere, dem ſie alles mögliche Glück wünſche.

Den vorhergehenden Abend war Franz der Marquiſe vorgeſtellt worden, die deshalb das Bett verlaſſen, ſich jedoch gleich nachher wieder niedergelegt hatte.

Wie leicht begreiflich, war der arme Morrel im höchſten Grade aufgeregt, was Monte⸗Chriſto's ſcharfen Augen nicht entgehen konnte. Er war aufmerkſamer und zärtlicher als ſonſt gegen ſeinen jungen Freund, und Maximilian erinnerte ſich eben noch zu rechter Zeit an ſein Valentine gegebenes Verſprechen, um dem Grafen nicht ſein ganzes Herz zu öffnen.

Zwanzig Mal las Morrel Valentine's Brief, es waren die erſten Zeilen, die er von ihr empfing, ſie berauſchten ihn mehr und

mehr und erinnerten ihn, daß er ihr gelobt, ſie glücklich zu machen. Und wirklich, welches Schutzes bedarf ein junges Mädchen, das einen

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