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Sie ſteigen ein, ich führe Sie zu meiner Schweſter, und wir zeigen dann, daß wir uns nicht gleich dem Lamme wehrlos würgen laſſen.“ „So ſei es, und auch ich werde ſagen: was Sie auch thun, Maximilian, es wird gut ſein.“ „Oh!“ „Nun gut, ſind Sie mit Ihrer Frau zufrieden?“ ſagte das junge Mädchen traurig. „Meine Valentine, mein Engel, Ja iſt viel zu wenig geſagt!“ „Sagen Sie immer ſo.“
Valentine hatte ſich, oder vielmehr ihre Lippen, dem Gitter genähert, und Morrel fühlte den ſüßen Hauch ihres Mundes und preßte von der anderen Seite ſeine Lippen an die kalte, unerbitt⸗ liche Umzäunung.
„Auf Wiederſehen,“ flüſterte ſie, ſich gewaltſam dieſem Glücke entreißend.
„ Und ich werde einen Brief von Dir erhalten?“ „Ja.“ „Dank, Du innig Geliebte, auf Wiederſehen.“ Das Geräuſch eines Kuſſes, unſchuldig und verloren, ließ ſich hören und Valentine war verſchwunden.
Morrel hörte das Rauſchen ihres Gewandes, den Ton ihrer Schritte auf dem Sande, hob die Augen mit einem unausſprechlich ſeligen Blick gen Himmel, dankte Gott für ſo viel Liebe und ent⸗ fernte ſich gleichfalls.
Der junge Mann kehrte in ſeine Wohnung zurück und wartete ſowohl dieſen als auch den anderen Tag vergebens. Am zweiten Morgen, als er eben im Begriffe war, ſich zu dem Notar, Herrn Deschamps zu begeben, erhielt er durch die Poſt einen Brief, und ahnte ſogleich, daß er von Valentine ſei, obgleich er ihre Schrift⸗ züge noch nie geſehen hatte. Er enthielt folgende Zeilen:
„Thränen, Beſchwörungen, Bitten, nichts hat gefruchtet. Geſtern
war ich zwei Stunden in der Kirche Saint⸗Philippe⸗du⸗Roule, und
während dieſer zwei Stunden habe ich von Grund meiner Seele zu Gott gebetet... Gott iſt unerbittlich wie die Menſchen, und dieſen Abend um Neun ſoll der Contract unterzeichnet werden.
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