quiſe nicht ungehorſam ſein, und werden deshalb morgen Ihren Ehecontract unterzeichnen.“
„Aber mein Gott! kann ich denn anders?“
„Sie müſſen mich nicht fragen, mein Fräulein, ich bin in dieſer Angelegenheit ein ſchlechter Richter, und mein Egoismus macht mich blind,“ ſagte Morrel dumpf, und ſeine feſt geſchloſſenen Daumen verkündeten ſeine wachſende Erbitterung.
„Was würden Sie mir denn vorgeſchlagen haben, Morrel, wenn Sie mich bereit gefunden hätten, Ihren Vorſchlag anzunehmen? Laſſen Sie ſehen, antworten Sie mir. Es handelt ſich nicht darum, zu ſagen: Sie thun Unrecht, man muß einen Rath geben.“
„Iſt das Ihr Ernſt, Valentine? O ſagen Sie, darf ich Ihnen wirklich einen Rath geben?“
„Gewiß, lieber Maximilian, denn wenn er gut iſt, werde ich ihn befolgen; Sie wiſſen wohl, wie treu ich in meinen Neig⸗ ungen bin.“
„Valentine,“ ſagte Morrel, einen loſen Stab losbrechend, „reichen Sie mir Ihre Hand, zum Zeichen, daß Sie mir meine Heftigkeit verzeihen; ich war meiner ſelbſt nicht mächtig, denn ſeit einer Stunde ſtreiten ſich die widerſinnigſten Gedanken in meinem Geiſte. O, wenn Sie meinen Rath von ſich wieſen!“
„Nun und dieſer Rath?“
„Hören Sie ihn, Valentine!“
Das junge Mädchen blickte ſeufzend gen Himmel.
„Ich bin unabhängig,“ begann Maximilian,„und reich genug für uns Beide, und ich ſchwöre Ihnen vor Gott, daß Sie meine Frau ſein werden, ehe meine Lippen Ihre Stirn berührt haben.“
„Sie machen mich zittern,“ rief Valentine.
„Folgen Sie mir,“ fuhr Morrel fort,„ich führe Sie zu meiner Schweſter, die verdient auch die Ihrige zu ſein, wir ſchiffen uns nach Algier, England oder Amerika ein, wenn Sie es nicht lieber ſehen, daß wir uns in irgend eine Provinz zurückziehen, um dort zu warten, bis unſere Freunde den Widerſtand Ihrer Familie be⸗
ſiegt haben und wir nach Paris zurückkehren können.“
Valentine ſchüttelte den Kopf. „Ich dachte es wohl, Maximilian,“ ſagte ſie,„das iſt ein un⸗ finniger Rath, und ich würde noch viel unſinniger ſein, wenn ich


