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dringend, erhaben; ich denke nicht, daß dies der Augenblick ſei, ſich
einem fruchtloſen Schmerze zu überlaſſen; das iſt gut für Solche, die aus Bequemlichkeit und Schlaffheit leiden und ſich dabei wohl fühlen. O, es giebt ſolche Leute, und Gott wird ſie ihrer Ergebung halber einſt zur Rechenſchaft ziehen; aber wer ſich zum Kampfe ſtark genug fühlt, verliert keinen der koſtbaren Augenblicke und giebt dem Geſchicke den Schlag unmittelbar wieder zurück, den er von ihm erhalten hat. Iſt es nun Ihr Wille, gegen das Mißgeſchick zu kämpfen, Valentine? O ſagen Sie, denn nur Sie darum zu fragen, bin ich hier.“
Das junge Mädchen zitterte und ſah Morrel mit großen, er⸗ ſchreckten Augen an. Dieſer Gedanke, ihrem Vater, ihrer Groß⸗ mutter, ihrer Familie Widerſtand zu leiſten, war ihr ganz neu.
„Was ſagen Sie da, Maximilian,“ ſagte ſie endlich,„und was nennen Sie einen Kampf? O, ſagen Sie, eine Entweichung... Wies ich ſollte gegen den Willen meines Vaters, gegen die Wünſche meiner ſterbenden Großmutter mich auflehnen? Ach, das iſt ja unmöglich!“
Morrel machte eine Bewegung.
„Sie haben ein zu edles Herz, um mich nicht zu verſtehen, lieber Maximilian, und Sie verſtehen mich ſo gut, daß Sie mir nichts einwenden können. Ich kämpfen! Gott bewahre mich davor!
Nein, nein, ich bedarf aller Kräfte, um gegen mich ſelbſt zu kämpfen
und meine Thränen zu trinken, wie Sie ſagen; denn meinen Vater betrüben, die letzten Augenblicke meiner Großmutter erſchweren, nimmermehr!“
„Sie haben Recht,“ ſagte Morrel ſehr ruhig.
„Mein Gott, wie Sie mir das ſagen,“ rief Valentine ver⸗ wundert.
„Ich ſage Ihnen das, wie ein Mann, der Sie bewundert, mein Fräulein,“ entgegnete Morrel.
„Fräulein!“ rief Valentine,„mein Fräulein!— O der Egoiſt!... Er ſieht, daß ich in Verzweiflung bin, und thut, als verſtände er mich nicht.“
„Sie irren ſich, ich verſtehe Sie im Gegentheil vollkommen. Sie wollen Herrn von Villefort nicht zuwider handeln, der Mar⸗
ſi


