Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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Schutz, der uns nicht fehlen könnte, hat ſich nicht nur entſchieden für die Heirath erklärt, ſondern wünſcht auch noch dringend, daß

Herr von Epinay ankommen möge, damit gleich den folgenden Tag

der Contract vollzogen werden kann.

Ein ſchmerzlicher Seufzer entquoll der Bruſt des armen Morrel, er betrachtete das junge Mädchen lange und traurig.

Ach, ſagte er mit ſeiner tiefen Stimme,es iſt entſetzlich, dies ſo ruhig aus dem Munde der Frau zu hören, die man liebt. In wenigen Stunden iſt Alles überſtanden. Ach, ich werde keinen Widerſtand leiſten. Sagten Sie nicht, man erwarte nur noch Herrn von Epinay, um den Contract aufzuſetzen? Nun gut, er iſt dieſen Morgen in Paris angekommen.

Valentine ſtieß einen Schrei aus.

Vor einer Stunde war ich bei dem Grafen von Monte⸗Chriſto,

fuhr Morrel fort,wir ſprachen über das Unglück, das Ihr Haus

betroffen hatte, ich über das Ihrige, als plötzlich ein Wagen in den Hof rollt. Hören Sie, Valentine, bis dahin glaubte ich an keine Vorbedeutungen, jetzt muß ich wohl daran glauben; beim Geräuſch dieſes Wagens überlief mich ein Schauder. Bald darauf hörte ich Schritte auf der Treppe, die des Commandeurs können Don Juan nicht mehr erſchreckt haben, als mich dieſe erſchreckten. Endlich ward die Thür geöffnet, Albert von Morcerf trat ein; ich glaubte ſchon, mich geirrt zu haben, als plötzlich hinter ihm noch ein anderer junger Mann erſchien, den der Graf mit den Worten begrüßte:

Ach, Sie da, Herr Baron Franz von Epinay!

Ich nahm alle meine Kräfte und meinen Muth zuſammen, um mich aufrecht zu erhalten, vielleicht erbleichte ich, vielleicht zitterte ich, jedoch mein Geſicht behielt den gewöhnlichen Ausdruck. Fünf Minuten ſpäter mußte ich mich empfehlen, ich hatte nichts gehört,

ich war vernichtet...

Armer Maximilian! murmelte Valentine.

Nun bin ich hier. Antworten Sie mir jetzt und bedenken Sie wohl, daß Ihre Antwort Leben oder Tod für mich enthält; was denken Sie zu thun?

Valentine ſenkte ſchweigend den Kopf.

Hören Sie, fuhr Morrel fort,Sie denken nicht zum erſten

Male an die Lage, in der wir uns jetzt befinden; ſie iſt ernſt,

Der Graf von Monte⸗Chriſto. 60