LXXIV.
Die Zuſage.
Wirklich war es Morrel, der ſeit dem vergangenen Tage kaum mehr lebte; mit jenem nur den Müttern und den Liebenden eigenen Inſtinkte hatte er errathen, daß die Ankunft der Frau von Saint⸗ Méran, ſowie der Tod ihres Gemahls, irgend etwas bei Villefort herbeiführen würde, was ihn und Valentine intereſſiren mußte.
Wie man ſieht, war ſein Vorgefühl richtig geweſen, und es war nicht nur Unruhe, die ihn ſo erſchreckt und zitternd an das Gitter führte.
Valentine hatte nicht geglaubt, ihn hier zu finden, es war nicht die Zeit, in der Morrel gewöhnlich zu kommen pflegte, und nur ein reiner Zufall oder vielmehr eine glückliche Sympathie hatte ſie in den Garten geführt.
Als Morrel ſie kommen ſah, rief er ſie und eilte an das Gitter.
„Sie zu dieſer Stunde?“ fragte ſie.
„Ja, arme Freundin,“ entgegnete Morrel,„ich komme, um
ſchlimme Neuigkeiten zu hören und zu bringen.“
„O es iſt ein Haus des Unglücks,“ rief Valentine;„ſprechen Sie, Maximilian, aber wirklich, die Summe unſers Kummers iſt ſchon ſo groß....“ 1
„Theure Valentine,“ ſagte Morrel, bemüht, ſeine eigene Be⸗ wegung zu verbergen und ruhig zu ſprechen—„hören Sie mich wohl, ich bitte Sie, denn Alles, was ich Ihnen ſagen werde, iſt ernſthaft. Wann denkt man Sie zu verheirathen?“.
„Maximilian,“ ſagte Valentine,„ich mag Ihnen nichts ver⸗ hehlen. Dieſen Morgen wurde von meiner Heirath geſprochen und meine Großmutter, auf welche ich gerechnet hatte als auf einen
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