Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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ſie verſicherte nämlich, dieſe Nacht eine Erſcheinung in ihr Zimmer treten geſehen und gehört zu haben, wie dieſe Erſcheinung ihr Glas berührt habe.

Das iſt ſonderbar, ſagte der Arzt,ich kannte dieſen Zu⸗ ſtand bis jetzt nicht an Frau von Saint⸗Méran.

Ich habe ſie heute zum erſten Male ſo geſehen, dieſen Morgen hatte ich Furcht vor der armen Großmutter und glaubte, ſie würde den Verſtand verlieren. Sogar auf meinen Vater, den Sie, Herr von Avrigny, doch als einen ſtarken Geiſt kennen, ſchien es tiefen

Eindruck zu machen.

Wir werden ja ſehen, ſagte der Arzt;was Sie mir da ſagen, klingt ſehr ſonderbar.

Der Notar trat ein und erinnerte Valentine, daß die Mar⸗ quiſe allein ſei.

Gehen Sie zu ihr, Herr Doctor, ſagte ſie.

Und Sie?

O ich wage nicht, Sie zu begleiten, ſie hat mir verboten, Sie rufen zu laſſen, und da ich nun, wie Sie ſelbſt ſagen, fieberhaft aufgeregt bin, will ich mich im Garten etwas erfriſchen.

Der Arzt drückte Valentine's Hand und während er zu der Großmutter hinaufging, eilte ſien in den Garten.

Wir haben wohl nicht nöthig, erſt zu ſagen, welcher Theil des Gartens ihr Lieblings⸗Spaziergang war. Nachdem ſie in den näch⸗ ſten Umgebungen des Hauſes eine Roſe gepflückt hatte, um ſie im

Haar zu befeſtigen, eilte ſie den finſtern Baumgang entlang, auf

die Bank und von da an das Gitter.

Ihrer Gewohnheit treu, eilte Valentine zu ihren Blumen, je⸗ doch heute ohne auch nur eine zu pflücken. Die Trauer ihres Herzens, welche ſich noch nicht bis auf ihre Perſon erſtreckt hatte, verweigerte die einfache Zierde. Je weiter ſie ging, je deutlicher ſchien es ihr, als riefe Jemand ihren Namen.

Ueberraſcht blieb ſie ſtehen.

Immer klarer war die Stimme und ſie erkannte ſie endlich für die ihres Maximilian.