Teil eines Werkes 
5 (1870)
Entstehung
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Der Arzt lächelte trübe. Antoinette ſehr gut, Madeleine ziemlich. Aber Sie haben mich rufen laſſen, liebes Kind, ſagte er,weder Ihr Vater, noch Frau von Villefort ſind krank? Obgleich Sie die Nerven nicht ab⸗ leugnen können, ſo ſetze ich doch voraus, daß Sie meiner nicht anders bedürfen, als ich Ihnen empfehle, Ihrer Einbildung nicht zu freien Spielraum zu laſſen.

Valentine erröthete, Herr von Avrigny trieb die Divinations⸗ gabe faſt bis zum Wunderbaren, er war einer jener Aerzte, die das Phyſiſche nach dem Moraliſchen beurtheilen.

Nein, ſagte ſie,wir haben meiner armen Großmutter halber um Ihren Beſuch bitten laſſen. Kennen Sie das große Unglück noch nicht, das uns betroffen hat?

Ich weiß von Nichts.

Ach, rief Valentine, von Neuem heftig ſchluchzend,mein Großvater iſt todt.

Herr von Saint⸗Méran?

Ja.

Plötzlich?

Am Schlagfluß.

Am Schlagfluß? wiederholte der Arzt.

Ja, und meine gute Großmutter, die ihn nie verlaſſen hat, behauptet nun, er ſei ihr erſchienen, um ſie zu rufen. O Herr von Avrigny, ich empfehle Ihnen meine Großmutter ſehr.

Wo iſt ſie?

Mit dem Notar in ihrem Zimmer.

Und der Herr von Noirtier?

Ganz wie immer dieſelbe Klarheit des Geiſtes, aber noch dieſelbe Unbeweglichkeit und Stummheit.

Und dieſelbe Liebe für Sie, mein liebes Kind, nicht wahr?

Ja, rief Valentine ſeufzend,er liebt mich.

Wer ſollte Sie nicht lieben?

Das arme Kind lächelte ſchmerzlich.

Und in was äußert ſich das Unwohlſein Ihrer Großmutter?

In einer außerordentlichen Nerven⸗Gereiztheit, einem un⸗ ruhigen, ſonderbaren Schlafe, während deſſen, wie ſie behauptet, die Seele den Körper verlaſſen habe. Es ſchien faſt, als rede ſie irre,