Teil eines Werkes 
4 (1870)
Entstehung
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LXXII. Brod und Salz.

Frau von Morcerf trat mit ihrem Begleiter unter das grüne Gewölbe einer duftenden Lindenallee, die zu einem Treibhauſe führte.

Es war zu heiß in dem Saale, nicht wahr, Herr Graf?

Ja, gnädige Frau, und es war ein herrlicher Gedanke von Ihnen, daß Sie Fenſter und Thüren öffnen ließen.

Bei dieſen Worten fühlte der Graf, daß Mercedes Hand zitterte.. Aber Sie, ſagte er,in dieſem leichten Gewande, ohne Tuch und nur mit dem leichten Florſhawl, Sie frieren vielleicht???

Wiſſen Sie, wohin ich Sie führe? fragte die Gräfin, ohne Monte⸗Chriſto's Frage zu beantworten.

Nein, gnädige Frau, aber Sie ſehen, ich leiſte keinen Wider⸗ ſtand.

In das Treibhaus, welches Sie dort am Ende der Allee ge⸗ wahren werden.

Der Graf ſah Mercedes fragend an, aber ſie ſetzte ihren Weg ſchweigend fort, und auch Monte⸗Chriſto blieb ſtumm.

Man trat in das mit den ausgeſuchteſten Gewächſen prangende Haus, denn obgleich erſt im Beginn des Juli, hatte dieſe ſtets be⸗ rechnete, die Sonne erſetzende Wärme, die leider nur zu oft bei uns fehlt, die mannigfachſten Früchte zu gleicher Zeit gereift.

Die Gräfin ließ Monte⸗Chriſto's Arm, und pflückte eine herr⸗ liche Muskat⸗Traube.

Nehmen Sie, Herr Graf, ſagte Sie mit einem ſo traurigen Lächeln, daß man in der Tiefe ihrer Augen hätte die hervorquellende Thräne gewahren können;nehmen Sie, unſere Trauben hier ſind allerdings nicht mit Ihren herrlichen Trauben in Sicilien und Cy⸗

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