Teil eines Werkes 
4 (1870)
Entstehung
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weshalb die Fenſter, und nicht auch die Läden geöffnet wären.

Wirklich, ſagte Mercedes,das beruhigt mich, wenn dieſe Enthaltſamkeit eine angenommene Gewohnheit iſt.

Und ſie verließ den Saal.

Einige Augenblicke ſpäter wurden alle Läden geöffnet und man erblickte durch die mit Jasmin umrankten Fenſter den erleuch⸗ teten Garten und das unter dem Zelte ſervirte Souper.

Tänzer und Tänzerinnen, Spieler und Schwätzer ſtießen einen Freudenſchrei aus, denn alle die erhitzten Lungen athmeten mit Entzücken die reine, friſche Luft ein.

Mercedes erſchien wieder, noch bleicher, als da ſie den Saal verließ, aber mit jener ruhigen Feſtigkeit, die ihr bei gewiſſen Ge⸗ legenheiten eigen war. Geraden Schrittes näherte ſie ſich der Gruppe, deren Mittelpunkt ihr Mann bildete.

Halten Sie dieſe Herren nicht hier zurück, Graf, welche, da ſie nicht ſpielen, die friſche Luft des Gartens wohl jedenfalls der erſtickenden Wärme des Saales vorziehen werden.

Ach gnädige Frau, ſagte ein ſehr alter, galanter General, wir werden nicht allein in den Garten gehen.

Es ſei, ſagte Mercedes,ich werde Ihnen mit gutem Bei⸗

ſpiele vorangehen.

Und ſie wandte ſich zu Monte⸗Chriſto.

Herr Graf, ſagte ſie,erzeigen Sie mir die Ehre, mir Ihren Arm zu geben.

Der Graf wankte faſt bei dieſen einfachen Worten, dann ſah er Mercedes einen Augenblick lang an. Dieſer Augenblick glich der Schnelligkeit des Blitzes, und doch ſchien es der Gräfin, als daure er ein Jahrhundert, ſo viel Gedanken hatte Monte Chriſto in dieſen einzigen Blick gelegt.

Dann bot er der Gräfin ſeinen Arm, und ſie ſtützte ſich dar⸗ auf, oder vielmehr ſie legte ihre zarte ſchmale Hand darauf, und Beide ſtiegen die mit Rhododendren und Camelien beſetzte Treppe in den Garten hinab.

Ihnen folgte lärmend und lachend eine Menge anderer Gäſte.

Ich glaube nicht, Mama, er klagt ſehr darüber, und fragte,