konnte, dem anerkannt guten Geſchmacke der Gräfin irgend etwas Neues, Nachahmungswürdiges zu verdanken zu haben.
Frau von Danglars, bei der die letzterzählten Ereigniſſe eine tiefe Unruhe zurückgelaſſen hatten, war noch unſchlüſſig geweſen, ob ſie den Ball beſuchen ſollte, als am Morgen ihre Equipage ſich mit der des königlichen Procurators kreuzte. Auf ein Zeichen hielten die beiden Kutſcher, und Villefort fragte: 1
„Werden Sie bei der Frau von Morcerf ſein?“
„Nein, ich bin zu unwohl,“ entgegnete die Baronin.
„Sie thun Unrecht,“ ſagte Villefort mit einem bezeichnenden Blicke,„es wird von Vortheil ſein, wenn man Sie dort ſieht.“
„Ach, glauben Sie?“
„Zuverläſſig.“
„Dann werde ich dort ſein.“
Und die beiden Wagen hatten ſich nach verſchiedenen Richtungen hin getrennt. Frau von Danglars hatte Wort gehalten, ſie war da, ſchön wie immer und außerdem noch im ausgeſuchteſten Putze trat ſie in die eine Thür, während Mercedes die andere öffnete.
Die Gräfin ſchickte Albert ihr entgegen, der ſich der Baronin auch alsbald näherte, ihr die ausgeſuchteſten Complimente über ihre Toilette machte und ſie zu dem von ihr gewählten Platze führte.
Albert ſah ſich verwundert um.
„Sie ſuchen meine Tochter?“ fragte die Baronin lachend.
„Ich geſtehe, gnädige Frau, ſollten Sie ſo grauſam geweſen ſein, ſie nicht mit uns zu bringen?“,
„Beruhigen Sie ſich; Eugenie traf Fräulein von Villefort und kommt mit ihr. Ach, ſehen Sie, da kommen unſere jungen Damen, beide weiß, die Eine mit einem Camelien⸗, die Andere mit einem Vergißmeinnicht⸗Bouquet. Aber, ſagen Sie mir doch?“
„Was befehlen Sie?“ fragte Albert lächelnd.
„Wird der Graf von Monte⸗Chriſto nicht hier ſein?“
„Siebzehn!“ erwiderte Albert.
„Ich verſtehe Sie nicht!“
„Ei gnädige Frau,“ rief der junge Graf,„ich glaube es gern. Sie ſind die ſiebzehnte Perſon, die mir heute Abend dieſelbe Frage vorgelegt hat. Beim Jupiter, der Graf muß eitel werden mache ihm mein Compliment.“


