Teil eines Werkes 
4 (1870)
Entstehung
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LXXI.

Der VBalſ.

Der Sonnabend, an dem, den Geſetzen der feinen Welt zufolge, der Graf von Morcerf einen Ball zu geben beabſichtigte, war einer der heißeſten Tage im Monat Juli.

Es war gegen zehn Uhr Abends. Die großen Bäume im Garten des gräflichen Hotels ließen den arzurblauen, mit goldenen Sternen beſäeten Himmel durchſchimmern, deſſen Wolken ſich gegen Abend getheilt hatten, nachdem den Tag hindurch ein heftiges, drohendes Gewitter gegrollt hatte.

Aus den Sälen des Erdgeſchoſſes erklang rauſchende Tanzmuſik,

unnd glänzendes Licht ſtahl ſich durch die Läden.

Der Garten war in dieſem Augenblicke der Bedienung Preis gegeben, der die, durch das immer ſchöner werdende Wetter beruhigte Herrin, die Anordnung der Tafel übertrug.

Bisher hatte man noch geſchwankt, ob das Souper im Saale oder unter einem großen Zelte im Freien eingenommen werden ſollte; dieſer ſchöne blaue, mit Gold beſäete Himmel entſchied zu Gunſten des Gartens.

Man erleuchtete die Gänge durch farbige Lampen, wie das in

Italien der Brauch iſt, und beſetzte die Tafel mit Wachskerzen und

Blumen, wie es überall gewöhnlich iſt, wo man es nur im Geringſten verſteht, einen Tiſch zu ordnen. Der größte Luxus, wenn man ihn vollſtändig erſchöpft.

In dem Augenblicke, in welchem die Gräfin, nachdem ſie ihre letzten Befehle gegeben hatte, wieder in die Säle trat, füllten ſich dieſe mehr und mehr. Denn noch mehr die entzückende Gaſtfreund⸗ lichkeit Mercedes als der hohe Rang ihres Gemahls, beſtimmten die Eingeladenen, gern zu erſcheinen, um ſo mehr, da man ſicher ſein