Teil eines Werkes 
4 (1870)
Entstehung
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Monte⸗Chriſto ſah Albert erbleichend an und ſpielte mit zwei koſtbaren Piſtolen, deren Hähne er aufzog.

Alſo, Ihr Vater iſt ſehr glücklich geweſen? ſagte er.

Sie kennen meine Meinung über meine Mutter, Herr Graf,

ſie iſt ein Engel des Himmels, dazu ſchön, geiſtreich und einzig gut. Ich habe meine Mutter nach Treport begleitet; für tauſend andere Söhne würde das eine ganz außergewöhnliche Aufmerkſamkeit, ein Frohndienſt ſein; ich aber zähle dieſe vier Tage allein mit ihr, zu den genußreichſten, ſie waren poetiſcher und befriedigender, als hätte ich die Königin Mab oder Titania begleitet.

Das iſt eine verzweifelte Vollkommenheit und erweckt bei Allen, die das mit anhören, die Neigung, unverheirathet zu bleiben.

Und eben, weil ich weiß, daß eine vollkommene Frau in der Welt lebt, mag ich Fräulein Danglars nicht heirathen. Haben Sie wohl zuweilen darauf geachtet, daß unſer Egoismus alles Das un⸗ beſchreiblich verſchönt, was uns gehört? Der ſchillernde Diamant wird ſchöner, wenn er unſer Diamant iſt, aber wenn wir uns dann geſtehen müſſen, daß es noch einen von reinerem Waſſer giebt, und dennoch verdammt ſind, den geringeren zu tragen, kennen Sie die Oual?

Gewiß, murmelte der Graf.

Nun gut, eben deshalb würde ich vor Freude jauchzen, wenn Fräulein Eugenie endlich einſähe, daß ich ein erbärmlicher Wicht gegen ſie bin, und kaum ſo viel hunderttauſend Franken beſitze, als

ſie Millionen.

Monte⸗Chriſto lachte.

Ich dachte eben an etwas, fuhr Albert fort.Franz liebt das Excentriſche, und ich habe ihn ganz entzückt von Fräulein Danglars geſehen, aber obgleich ich ihm vier Briefe, den einen immer verlockender als den andern, geſchrieben habe, hat er mir unverzeihlicher Weiſe nichts geantwortet, als:

Ich bin excentriſch, daß iſt wahr, aber meine Excentricität geht nicht ſo weit, ein einmal gegebenes Wort zurückzunehmen.

Das nenne ich aber auch wahre Freundſchaft, dem Freunde eine Frau zu geben, die man ſelbſt höchſtens als Geliebte haben möchte.

Albert lachte.