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„Daß ein treuloſer Hofmeiſter, von den Feinden Ihrer Familie erkauft...“
„Von den Corſinari's?“
„Ganz richtig... das Kind entführt habe, damit Ihr Name ausſterben ſolle.“
„Ganz recht, da er einziger Sohn iſt...“
„Nun wohl! Jetzt, wo Alles in Ordnung iſt, und Ihre neu angefachten Erinnerungen Sie nicht im Stiche laſſen werden, haben Sie ohne Zweifel errathen, daß ich Ihnen eine Ueberraſchung be⸗ reitet habe?“
„Eine angenehme?“ fragte der Mann aus Lucca.
„Ah!“ ſagte Monte⸗Chriſto,„ich ſehe wohl, daß man ſo wenig das Herz, wie das Auge eines Vaters täuſchen kann.“
„Hm!“ ſagte der Major.
„Hat man Sie es unvorſichtiger Weiſe merken laſſen? der haben Sie es errathen, daß er da iſt?“
„Wer, da?“
„Ihr Kind, Ihr Sohn, Ihr Andrea.“
„ Ich habe es errathen,“ ſagte der Major mit möglichſtem Pflegma;„alſo er iſt hier?“
„Im Hauſe,“ antwortete Monte⸗Chriſto,„der Kammerdiener, der ſoeben hier war, zeigte mir ſeine Ankunft an.“
„Ah! ſehr gut! ſehr gut!“ ſagte der Major, bei jedem Aus⸗ rufe die Schnüre ſeines Rockes zuziehend.
„Mein lieber Signor,“ ſagte Monte⸗Chriſto,„ich begreife Ihre Rührung, Sie müſſen Zeit haben, ſich zu erholen! Ich will den jungen Mann auch auf dieſe ſo lange erſehnte Zuſammenkunft vorbereiten, denn ich ſehe voraus, daß ſeine Ungeduld der Ihrigen nichts nachgiebt.“
„Das glaube ich,“ meinte Cavalcanti.
„Nun wohl! In einer kleinen Viertelſtunde ſind wir bei Ihnen.“
„Sie wollen mir ihn alſo bringen? Sie wollen die Güte ſo weit treiben, mir ihn ſelbſt vorzuſtellen?“
„Nein, ich will mich nicht zwiſchen Vater und Sohn drängen.
Sie werden allein ſein, Herr Major; aber ſeien Sie unbeſorgt,
ſelbſt wenn die Stimme des Blutes ſchweigen ſollte, können Sie 48⸗


