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„Ja,“ ſagte Monte⸗Chriſto,„und Sie ſelbſt hatten dieſes Ge⸗ rücht veranlaßt. Eine Jugendſünde, die Sie nicht bekannt werden laſſen wollten.“
Der Italiener nahm eine ernſte Miene an, gab ſich ein Air ruhiger Würde, indem er beſcheiden die Augen niederſchlug, ſei es um mehr Faſſung zu gewinnen, ſei es, um ſeiner Einbildungskraft zu Hilfe zu kommen, wobei er jedoch von Zeit zu Zeit verſtohlen nach dem Grafen ſah, als er indeſſen auf deſſen Lippen nur das bisherige wohlwollende Lächeln fand, ſagte er endlich:
„Ja, mein Herr, die ich nicht bekannt werden laſſen wollte.“
„Nicht Ihretwegen,“ ſagte Monte⸗Chriſto,„denn ein Mann ſetzt ſich über ſolche Dinge weg.“
„Ach nein, um meinetwillen nicht, gewiß nicht,“ ſagte der Major vertraulich lächelnd..
„Aber um ſeiner Mutter willen,“ bemerkte der Graf.
„Um ſeiner Mutter willen,“ rief der Major, ein drittes Bisquit
nehmend.„Um ſeiner armen Mutter willen.“
„Trinken Sie doch, mein lieber Signor Cavalcanti,“ ſagte Monte⸗Chriſto, dem Italiener ein zweites Glas Alicante einſchen⸗ kend,„die Rührung benimmt Ihnen ganz den Athem.“
„Um ſeiner armen Mutter willen!“ wiederholte der Major, verſuchend, ob die Willenskraft nicht vermöge, auf ſeine Thränen⸗ drüſen wirkend, ſeine Augenwinkel mit einigen erkünſtelten Thränen zu benetzen.
„Welche, wenn ich nicht irre, einem der älteſten Häuſer Italiens angehörte?“
„Patriziern von Fieſole, Herr Graf, Patriziern von Fieſole!“
„Und hieß?“
„Sie wünſchen ihren Namen zu wiſſen?“
„Ol mein Gott!“ ſagte Monte⸗Chriſto,„es iſt überflüſſig, ihn mir zu ſagen, ich weiß ihn.“
„Der Herr Graf weiß Alles,“ ſagte der Italiener, ſich verneigend.
„Oliva Corſinari, nicht wahr?“
„Oliva Corſinari!“
„Marcheſa?“
„Marcheſa!“


