Teil eines Werkes 
4 (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Wie ſollte ich das können, wenn es ihrem Manne nicht ein⸗ mal gelingt? fragte Lucian.Sie kennen den Charakter der Baronin; Niemand hat Einfluß auf ſie, und ſie thut immer nur, was ſie ſelbſt will.

Ol wenn ich an Ihrer Stelle wäre,... meinte Albert.

Nun?

Ich würde ſie heilen, es wäre ein Dienſt, den man ihrem künftigen Schwiegerſohne leiſtete.

Wie ſo?

Ei! der Tauſend, das iſt ſehr leicht. Ich würde ihr eine Lehre geben.

Eine Lehre?

Ja. Ihre Stellung als Secretair des Miniſters giebt den durch Sie verbreiteten Nachrichten große Glaubwürdigkeit; Sie öffnen nicht den Mund, ohne daß die Wechſelagenten jedes Ihrer Worte augenblicklich niederſchreiben; laſſen Sie ſie Schlag auf Schlag einhunderttauſend Franken verlieren; das wird ſie vorſichtig machen.

Ich begreife nicht, ſtammelte Lucian.

Es iſt indeſſen doch ſehr klar, antwortete der junge Mann mit einer Naivetät, die durchaus nichts Erkünſteltes hatte;kündi⸗ gen Sie eines ſchönen Morgens etwas ganz Unerhörtes an; eine telegraphiſche Nachricht, die nur Sie allein wiſſen können; daß Heinrich IV. z. B. geſtern bei Gabriele war; das wird die Fonds ungeheuer in die Höhe treiben, ſie wird ihr Börſenſpiel darnach richten und unwiederbringlich verlieren, wenn Beauchamp den fol⸗ genden Tag in ſeinem Journale ſagt:

Es iſt Unrecht, daß gut unterrichtete Leute behaupten wollen, daß der König Heinrich IV. geſtern bei Gabriele war; dieſe That⸗ ſache iſt völlig unwahr; der König Heinrich IV. hat den Pont⸗neuf nicht verlaſſen.

Lucian lachte gezwungen. Monte⸗Chriſto hatte, anſcheinend ganz gleichgiltig, keine Sylbe von dieſem Geſpräche verloren, und kein durchdringendes, Auge hatte ſogar in der Verlegenheit des vertrauten Secretairs ein Geheimniß zu entdecken geglaubt.

In Folge dieſer Verlegenheit, die Albert durchaus nicht bemerkt hatte, kürzte Lucian ſeinen Beſuch ab; er fühlte ſich wirklich unbe⸗