„Und ſie heißt?...“
„Haidee,“ antwortete Monte⸗Chriſto.
„Eine Griechin!“ murmelte der Graf von Morcerf.
„Ja, Graf,“ ſagte Frau von Danglars,„und ſagen Sie mir, ob Sie je an dem Hofe Ali⸗Tebelins, dem Sie ſo ruhmvoll gedient haben, ein ſo bewundernswürdiges Coſtüm ſahen, als das, welches wir hier vor Augen haben?“
„Ah!“ ſagte Monte⸗Chriſto,„Sie haben in Janina gedient, Herr Graf?“
„Ich war General⸗Inſtructor der Truppen des Paſcha,“ ant⸗ wortete Morcerf,„und mein weniges Vermögen, ich verhehle es nicht, verdanke ich der Freigebigkeit des berühmten, albaneſiſchen Oberhauptes.“
„Sehen Sie doch!“ ermahnte Frau von Danglars.
„Wo denn?“ ſtammelte Morcerf.
„Dort!“ ſagte Monte⸗Chriſto.
Damit umſchlang er den Grafen mit einem Arme und bog ſich mit ihm über den Rand der Loge.
In dieſem Augenblicke entdeckte Haidee, deren Blicke den Grafen ſuchten, den bleichen Kopf deſſelben neben dem von Mor⸗ cerf, den er umfaßt hatte.
Dieſer Anblick wirkte auf das junge Mädchen wie der Anblick des Meduſenhauptes; ſie machte eine Bewegung vorwärts, als wollte ſie alle Beide mit ihren Blicken verſchlingen, dann warf ſie ſich, einen ſchwachen Schrei ausſtoßend, der indeſſen von Allen, die in ihrer Nähe waren, gehört wurde, in demſelben Augenblicke überwältigt zurück. Ali hörte den Schrei auch und öffnete ſogleich die Thür.
„Sehen Sie doch, Herr Graf, was iſt denn Ihrer Mündel zu⸗ geſtoßen? Sie ſcheint ohnmächtig zu ſein.“
„Ja, es ſcheint ſo,“ antwortete der Graf,„aber erſchrecken Sie nicht, mein Fräulein; Haidee hat ſehr reizbare Nerven und folglich iſt ſie gegen ſtarke Gerüche ſehr empfindlich; ein Geruch, der ihr zuwider iſt, kann ihr eine Ohnmacht zuziehen; aber,“ fügte
er hinzu, indem er eine Phiole aus der Taſche zog,„hier habe ich das Mittel dagegen.“
Und nachdem er ſich der Baronin und ihrer Tochter mit einem


