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dann fiel der Vorhang, und das Publikum ergoß ſich in das Foyer und die Corridore.
Der Graf verließ ſeine Loge und erſchien wenige Augenblicke darauf in der der Baronin Danglars.
Der Baronin entſchlüpfte ein leichter Schrei freudiger Be⸗ wunderung.
„Ahl willkommen, Herr Graf,“ rief ſie aus,„ich ſehnte mich wirklich ſchon lange, meinem ſchriftlichen Danke an Sie, den Sie erhalten haben werden, auch den mündlichen hinzuzufügen.“
„O! gnädige Frau,“ ſagte der Graf,„Sie erinnern ſich noch an dieſe Kleinigkeit? Ich hatte ſie wirklich ganz vergeſſen.“
„Wirklich? aber was man nicht vergißt, Herr Graf, iſt, daß Sie den Tag darauf meine gute Freundin, Frau von Villefort, aus der Gefahr erretteten, in welche die nämlichen Pferde dieſelbe verſetzten.“
„Auch in dieſem Falle, gnädige Frau, verdiene ich Ihre Dank⸗ ſagung nicht; es war Ali, mein Nubier, der das Glück hatte, der Frau von Villefort dieſen wichtigen Dienſt zu leiſten.“
„Und war es auch Ali,“ ſagte der Graf von Morcerf,„der meinen Sohn aus den Händen der römiſchen Banditen befreite.“
„Nein, Herr Graf,“ erwiderte Monte⸗Chriſto, die Hand drückend, die der General ihm reichte,„nein, dieſes Mal nehme ich ſelbſt den Dank an, aber Sie haben ihn mir ſchon abgeſtattet, ich habe ihn ſchon empfangen und wahrlich, es macht mich glücklich, Sie noch immer ſo dankbar zu finden. Erzeigen Sie mir doch die Ehre, Frau Baronin, mich Ihrer Fräulein Tochter vorzuſtellen.“
„O! Sie ſind ſchon vorgeſtellt, dem Namen nach wenigſtens, denn ſeit zwei oder drei Tagen ſprechen wir nur von Ihnen. Eugenie, der Herr Graf von Monte⸗Chriſto.“
Der Graf verbeugte ſich; Fräulein Danglars machte eine leichte Bewegung mit dem Kopfe.
„Sie haben da eine bewundernswürdige Perſon bei ſich, Herr Graf,“ ſagte Eugenie,„iſt es Ihre Tochter?“.
„Nein, gnädiges Fräulein,“ antwortete der Graf, ganz erſtaunt über dieſe außerordentliche Unbefangenheit oder ungewöhnliche Gerad⸗ heit;„es iſt eine arme Griechin, deren Vormund ich bin.“


