Teil eines Werkes 
3 (1870)
Entstehung
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meiner eigenen Worte meinem Herzen ſanft ſchmeichelt, wenn ich Sie nicht ſehe. Jetzt danke ich Ihnen erſt für Ihr Schelten, es iſt bezaubernd, denn es beweiſ't mir, ich wage nicht zu ſagen, daß Sie mich erwarteten, aber daß Sie an mich dachten. Sie wollten die Urſache meiner Verſpätung und den Zweck meiner Verkleidung wiſſen; ich will es Ihnen ſagen, und hoffe, daß Sie Beides ent⸗ ſchuldigen werden; ich habe einen Stand gewählt.

Einen Stand... was wollen Sie damit ſagen, Maxi⸗ milian? Sind wir denn ſo glücklich, daß Sie von Dingen, die uns ſo wichtig ſind, im Scherz reden können?

Ol davor bewahre mich Gott, ſagte der junge Mann, in dem unſere Leſer ſchon Maximilian Morrel erkannt haben werden, daß ich ſcherzen ſollte über das, was mein Leben iſt; aber über⸗ drüſſig, ein Mauern erkletternder Vagabond zu ſein, und ernſtlich erſchreckt von der Idee, die Sie neulich in mir erweckten, daß nämlich Ihr Vater mich eines Tages als Spitzbube gefangen neh⸗ men laſſen könnte, was die Ehre der ganzen franzöſiſchen Armee compromittiren würde, ſo wie nicht weniger erſchreckt von der Möglichkeit, daß man erſtaunen würde, einen Capitain der Saphi's beſtändig um dieſen Garten, wo auch nicht die kleinſte Feſtung oder ein noch kleineres Blockhaus zu vertheidigen iſt, umherſchweifen zu ſehen, bin ich Gemüſegärtner geworden und habe den zu meinem Gewerbe paſſenden Anzug angelegt.

Ach! welche Tollheit!

Ich halte es im Gegentheil für das Klügſte, was ich in meinem Leben gethan habe, denn es gewährt uns volle Sicherheit. Erklären Sie ſich deutlicher. 1

Nun wohll ich habe den Eigenthümer dieſes Raumes auf⸗ geſucht; der Contract mit den frühern Miethern war zu Ende und ich habe den Garten gemiethet. Alle dieſe Luzerne gehört mir, Valentine, ich kann mir, wenn ich will, hier eine Hütte bauen laſſen und künftig zwanzig Schritte von Ihnen leben. O! meine Freude und mein Glück, ich kann es nicht faſſen; begreifen Sie, Valentine, daß man ſo etwas bezahlen kann? Es iſt unmöglich, nicht wahr? Nun denn, alle dieſe Freude, dieſes Glück, dieſe Wonne, wofür ich zehn Jahre meines Lebens gegeben hätte, koſten mich... rathen Sie wie viel... fünfhundert Franken jährlich,