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3 (1870)
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höchſten Vollendung, mit ihren großen, ſammetartigen, ſchwarzen Augen, ihrer Marmor⸗Stirn, ihrer geraden Naſe, ihren Korallen⸗ lippen und Perlenzähnen.

Ueber dieſes ganz reizende Bild goß die Jugend all' ihren Glanz und Duft aus; Haydée konnte ungefähr achtzehn bis zwanzig Jahre zählen.

Monte Chriſto ließ durch die griechiſche Dienerin anfragen, ob ihm der Eintritt geſtattet ſei.

Statt der Antwort machte Haydée der Griechin ein Zeichen, den Vorhang der Thüre aufzuheben, deren Geſims das liegende junge Mädchen wie ein reizendes Gemälde einrahmte.

Monte Chriſto näherte ſich ihr.

Haydée ſtützte ſich auf den Ellbogen des Armes, der das Rohr hielt, und reichte dem Grafen lächelnd die andere Hand.

Warum, fragte ſie in der wohlklingenden Sprache der Töch⸗ ter von Sparta oder Athen,warum läßt Du mich um Erlaubniß bitten, zu mir zu kommen? Biſt Du nicht mehr mein Herr? ich nicht mehr Deine Sclavin?

Monte⸗Chriſto betrachtete ſie immer noch lächelnd.

Haydée, ſagte er,Sie wiſſen...

Warum ſagſt Du nicht Du, wie immer? unterbrach ihn die junge Griechin,habe ich denn einen Fehler begangen? Dann mußt Du mich ſtrafen, aber nicht Sie nennen.

Haydée, antwortete der Graf,Du weißt, daß wir in Frankreich ſind und Du mithin frei biſt.

Frei? wozu? fragte das junge Mädchen.

Frei, um mich zu verlaſſen.

Dich verlaſſen!... Und warum ſollte ich Dich verlaſſen?

Was weiß ich's? wir werden die Welt ſehen.

Ich will Niemand ſehen.

Und wenn Du unter den jungen Leuten, die Du ſehen wirſt, Einen fändeſt, der Dir gefiele, würde ich nicht ſo ungerecht ſein...

Ich habe nie einen ſchöneren Mann geſehen, als Du biſt, und habe nie Jemand geliebt, als Dich und meinen Vater.

Armes Kind! ſagte Monte⸗Chriſto,daß kommt daher, daß Du faſt nur mit Deinem Vater und mir geſprochen haſt.

Nun wohl, iſt es denn nothwendig, daß ich mit Anderen