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Bogen hinein und näherte ſich Vampa, der ſo in ſeine Lectüre ver⸗ ſunken war, daß er ſeine Annäherung nicht bemerkte.
„Wer da?“ rief die nicht ſo beſchäftigte Wache, die bei dem Scheine der Lampe einen ſich vergrößernden Schatten hinter ihrem Hauptmann erblickte. Bei dieſem Rufe erhob ſich Vampa lebhaft und zog ein Piſtol aus ſeinem Gürtel. In demſelben Augenblicke waren alle Banditen auf den Beinen und zwanzig Flintenläufe auf den Grafen gerichtet.
„Nun!“ ſagte dieſer gelaſſen, mit vollkommen ruhiger Stimme und Miene:„nun! mein lieber Vampa, das iſt ja ein ſonderbarer Empfang eines Freundes!“
„Die Waffen in Ruh!“ rief der Hauptmann, mit einer ge⸗ bieteriſchen Handbewegung, während er mit der andern Hand ehr⸗ furchtsvoll ſeinen Hut abnahm. Dann ſich zu dem ſonderbaren Manne, der dieſe ganze Scene beherrſchte, wendend, ſagte er:
„Verzeihung, Herr Graf, aber ich war ſo weit entfernt, die Ehre Ihres Beſuches zu erwarten, daß ich Sie nicht erkannte.“
„Es ſcheint, Vampa, daß Ihr in mancher Hinſicht ein kurzes Gedächtniß habt,“ verſetzte der Graf,„und daß Ihr nicht nur die Geſichter der Leute, ſondern ſogar die mit ihnen eingegangenen Be⸗ dingungen vergeßt.“
„Und welche Bedingung habe ich denn vergeſſen, Herr Graf?“ fragte der Bandit, wie ein Mann, der, wenn er ein Verſehen be⸗ gangen hat, bereit iſt, daſſelbe wieder gut zu machen.
„Iſt es nicht ausgemacht,“ ſprach der Graf,„daß nicht nur meine Perſon, ſondern auch die meiner Freunde Euch heilig ſein ſollte?“
„Und in wiefern habe ich dieſem Vertrage zuwider gehandelt, Excellenza?“
„Ihr habt den Vicomte Albert von Morcerf heute Abend ent⸗ führt und hierher gebracht; nun wohl,“ fuhr der Graf fort, mit einem Tone, der Franz ſchaudern machte,„dieſer junge Mann gehört zu meinen Freunden, dieſer junge Mann wohnt in einem Hotel mit mir, dieſer junge Mann hat acht Tage in meinem eigenen Wagen den Corſo mitgemacht, und dennoch habt Ihr ihn entführt, hierher
gebracht und,“ fügte der Graf, den Brief aus der Taſche ziehend,
hinzu,„Löſegeld für ihn verlangt, wie für den erſten Beſten.“ „Warum habt Ihr mich darauf nicht aufmerkſam gemacht, Ihr 32*


