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Franz und der Graf ſchlugen denſelben Fußpfad ein, der ſie nach hundert Schritten einen Abhang hinunter, in ein kleines Thal führte. Bald entdeckten ſie zwei Männer, die im Schatten zuſammen⸗ ſchwatzten.
„Können wir weiter gehen?“ fragte Franz den Grafen,„oder müſſen wir warten?“
„Kommen Sie; Peppino wird Idie Wachen von unſerer Ankunft unterrichtet haben.“
Wirklich war einer dieſer beiden Männer Peppino, der andere ein auf Wache ausgeſtellter Bandit. Franz und ſein Begleiter näherten ſich; der Bandit grüßte.
„Wenn Excellenza mir folgen wollen,“ ſagte Peppino zu dem Grafen,„der Eingang in die Katakomben iſt zwei Schritte von hier.“
„Es iſt gut,“ ſprach der Graf,„geh' voraus.“
Wirklich fanden ſie zwiſchen Felſen und dichtem Gebüſch eine Oeffnung, durch welche kaum ein Mann hindurch kriechen konnte. Peppino ſchlüpfte zuerſt in dieſe Spalte; aber kaum hatte er einige Schritte vorwärts gethan, als der Raum ſich erweiterte. Nun zündete er ſeine Fackel an und drehte ſich um, erwartend, daß man ihm folge.
Der Graf war zuerſt, hinter ihm Franz, in die Oeffnung ge⸗ krochen. Der Weg ging leiſe bergab und erweiterte ſich bei jedem Schritte; doch waren ſie immer noch genöthigt, gebückt zu gehen. Als ſie ſo noch etwa fünfzig Schritte gegangen waren, wurden ſie durch den Ruf:„Wer da?“ angehalten. Zu gleicher Zeit ſahen ſie mitten in der Dunkelheit auf einem Flintenlaufe ihre eigene Fackel leuchten.
„Gut Freund!“ antwortete Peppino, ging allein weiter, und ſagte dieſem zweiten Poſten einige leiſe Worte, worauf derſelbe wie der Erſte grüßte, und den nächtlichen Beſuchern andeutete, daß ſie ihren Weg fortſetzen könnten. Hinter der Wache befand ſich eine Treppe von etwa zwanzig Stufen; ſie ſtiegen dieſelbe hinab und befanden ſich in einer Art Todtengewölbe. Fünf Wege liefen ſternförmig von demſelben aus, und in den Wänden waren über⸗ ſetzte Niſchen, welche die Geſtalt und Größe von Särgen hatten, woraus es ſich ergab, daß ſie ſich jetzt wirklich in den Katakomben befanden. Durch eine Höhlung, deren Ausdehnung in der herr⸗
Der Graf von Monte⸗Cbriſto. 32
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