Teil eines Werkes 
3 (1870)
Entstehung
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Eine halbe Stunde nach Mitternacht, ſagte er,wir hätten um fünf Uhr Morgens fahren können und wären doch noch zur rechten Zeit gekommen; indeſſen dieſe Verſpätung hätte vielleicht Ihrem Freunde eine ſchlimme Nacht verurſacht, wir wollen ihn alſo lieber den Händen dieſer Treuloſen entreißen. Sind Sie immer noch entſchloſſen, mich zu begleiten?

Mehr als je.

Nun wohl, dann kommen Sie.

Franz und der Graf gingen mit Peppino hinunter. An der Thüre wartete der Wagen. Ali ſaß auf dem Bocke; Franz erkannte den ſtummen Sclaven aus der Grotte von Monte⸗Chriſto. Franz und der Graf hatten gerade im Wagen Platz, Peppino ſetzte ſich zu Ali und ſie fuhren im Galopp davon. Ali hatte ſchon zu Hauſe ſeine Befehle erhalten, denn er fuhr über den Corſo, das Campo Vaccino, die Straße San⸗Gregorio hinauf und aus dem Thore San⸗Sebaſtiano. Hier wollte der Thorwächter einige Schwierig⸗ keiten machen, aber der Graf zeigte einen Erlaubnißſchein von dem Gouverneur von Rom vor, nach welchem er das Recht hatte, zu jeder Stunde, bei Tag oder bei Nacht, ein⸗ und auszupaſſiren, das

Fallgatter wurde aufgezogen, der Schließer erhielt einen Louisd'or für ſeine Mühe und ſie fuhren weiter.

Der Wagen fuhr über die alte Villa Appia, die ganz von Gräbern umgeben iſt. Von Zeit zu Zeit glaubte Franz beim Scheine des Mondes, der ſich nach und nach erhob, eine Wache an einer Ruine vortreten zu ſehen, die jedoch auf ein mit Peppino gewechſeltes Zeichen, ſogleich wieder in den Schatten zurückwich. Nicht weit von dem Circus des Caracalla hielt der Wagen, Peppino öffnete den Schlag und der Graf und Franz ſtiegen aus.

In zehn Minuten, ſagte der Graf zu ſeinem Begleiter,ſind wir an Ort und Stelle.

Dann nahm er Peppino bei Seite, gab ihm ganz leiſe einen Befehl und Peppino ging voraus, nachdem er ſich mit einer Fackel verſehen hatte. Fünf Minuten lang ſah Franz den Hirten auf einem ſchmalen Fußſteige, den Krümmungen des Weges folgend, hinabgehen, und dann in dem röthlichen, hohen Graſe, welches wie die ſich ſträubende Mähne eines rieſigen Löwen ausſah, verſchwinden.

Jetzt, ſagte der Graf,folgen wir ihm.

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