„Und hat er Waffen?“ „Er iſt im Bajazzokoſtüm.“
„Sie hätten ihn nicht gehen laſſen ſollen, da Sie Rom beſſer kennen, als er,“ ſagte der Herzog zu Franz.
„Ol eher hätte ich verſuchen können, den Berberhengſt Nr. 3, der heute den Preis im Wettrennen gewann, aufzuhalten,“ verſetzte Franz;„und dann, was meinen Sie, das ihm begegnen könnte?“
„Wer weiß? die Nacht iſt ſehr finſter, und die Tiber der Via Marcello ſehr nahe.“
Franz fühlte einen Schauder durch alle ſeine Adern laufen, indem er die Ideen des Herzogs und der Gräfin in ſolcher Ueber⸗ einſtimmung mit ſeinen eigenen Beſorgniſſen fand.
„Auch habe ich im Hotel zurückgelaſſen, daß ich die Ehre habe, bei Ihnen, Herr Herzog, die Nacht zuzubringen,“ ſagte er,„und ſeine Rückkehr wird mir ſogleich angezeigt werden.“
„Sehen Sie,“ ſprach der Herzog,„hier iſt einer meiner Leute, 3
der Sie zu ſuchen ſcheint.“
Der Herzog hatte ſich nicht geirrt; als der Laquai Franz er⸗ blickte, näherte er ſich ihm und ſagte:
„Excellenz, der Wirth des Hotel von London läßt Ihnen ſagen, daß ein Mann, der Ihnen einen Brief von dem Herrn Vicomte von Morcerf bringt, Sie bei ihm erwartet.“
„Einen Brief von dem Vicomte?“ rief Franz.
„Ja.“
„Und was iſt es für ein Mann?“
„Der Bote hat mir keine Auskunft darüber gegeben.“
„Und wo iſt dieſer Bote?“
„Er hat ſich ſogleich wieder entfernt.“
„Ol mein Gott!“ ſagte die Gräfin zu Franz,„eilen Sie; der arme, junge Mann! wahrſcheinlich iſt ihm irgend ein Unfall be⸗ gegnet.“
„Ich eile,“ antwortete Franz.
„Werden Sie zurückkehren, um uns Nachricht zu geben?“ fragte die Comteſſe.
„Ja, wenn die Sache nicht gefährlich iſt; denn in dem Falle weiß ich nicht, was aus mir ſelbſt werden wird.“ „Auf jeden Fall, Vorſicht!“ warnte die Comteſſe.
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