Teil eines Werkes 
3 (1870)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

die Er.

emeldet. Geſchäſt gerufen. Stunde 8, daß e ſchon nichts Dieſer te nicht dennoch Miene el Luſt Aen, ſo Freund an, ihn gen ihn

ich ver⸗ n, kam nigſtens machten rauben, zt; aber Theater dieſelbe

mahme. afen ge⸗ te nicht einziger leichheit Byrons, denken, 's oder

auf der

481

Stirn, die einen immer gegenwärtigen bittern Gedanken andeutet,

er hatte jene glühenden Augen, die im tiefſten Grunde der Seele

leſen; er hatte jene ſtolze ſpöttiſche Lippe, die den Worten, welche über dieſelbe gleiten, einen ſo beſondern Charakter giebt, und macht, daß dieſelben ſich tief in das Herz desjenigen graben, der ſie anhört.

Der Graf war nicht mehr jung, er war wenigſtens vierzig Jahr, und dennoch konnte man nicht bezweifeln, daß er im Stande ſei, es in jeder Art mit den jüngſten Leuten aufzunehmen. Wirk⸗ lich ſchien es, als habe der Graf durch eine entfernte Aehnlichkeit mit den fantaſtiſchen Heroen des engliſchen Dichters, dieſelbe Gabe der Bezauberung.

Albert ſprach offen über ſein und Franzens Glück, einem ſolchen Manne begegnet zu ſein. Franz war nüchterner, dennoch

empfand er den Einfluß, den jeder ausgezeichnete Mann auf ſeine

Umgebungen ausübt. Er dachte an den ſchon einige Mal erwähnten Plan des Grafen, nach Paris zu reiſen, und zweifelte nicht, daß er bei ſeinem excentriſchen Charakter, ſeinem charakteriſtiſchen Ge⸗ ſichte und ſeinem coloſſalen Vermögen, dort eine große Rolle ſpielen werde. Indeſſen wünſchte er, nicht in Paris anweſend zu ſein, wenn der Graf hin käme.

Der Abend verging, wie alle Abende im Theater in Italien, nicht mit Anhören der Sänger, ſondern mit Schwatzen und Viſiten⸗ machen. Die Gräfin G.... wollte das Geſpräch wieder auf den Grafen bringen, doch Franz verſicherte, er habe ihr etwas viel Neueres zu erzählen, und machte ſie ungeachtet des ſcheinbaren Wider⸗ ſtandes ſeines Freundes Albert, mit dem größten Ereigniſſe bekannt, welches die beiden jungen Leute ſeit drei Tagen ſo einzig in An⸗ ſpruch genommen hatte.

Da ähnliche Liebesabenteuer in Italien nicht ſelten ſind, ſo

machte die Comteſſe durchaus nicht die Ungläubige, ſondern wünſchte

Albert Glück zu dem Anfange eines Liebeshandels, der ein ſo er⸗ freuliches Ende verſprach. Man trennte ſich mit dem Verſprechen, einander auf dem Balle des Herzogs von Bracciano, zu dem ganz Rom eingeladen war, wieder zu treffen. Die Dame mit dem Veilchenſtrauße blieb ihren Worten getreu, indem ſie in den zwei nächſten Tagen Albert kein Lebenszeichen gab.

Endlich kam der Dienſtag, der letzte und lebhafteſte Tag des

Der Graf von Monte⸗Chriſta. 31