Teil eines Werkes 
3 (1870)
Entstehung
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raubte, ſo eilte er, ſeinen Freund zu Tiſch zu begleiten und die Er⸗ örterung bis nach dem Eſſen zu verſchieben.

Nach dem Eſſen wurde der Graf von Monte⸗Chriſto gemeldet. Seit zwei Tagen hatten die Freunde ihn nicpt geſehen. Ein Geſchäſt hatte ihn, wie Meſſer Paſtrini ſagte, nach Civita⸗Vecchia gerufen. Er war am vorgeſtrigen Abende abgereiſ't, und vor einer Stunde zurückgekehrt. Er war außerordentlich liebenswürdig. Sei es, daß er ſich beherrſchte, ſei es, daß die ſchrillenden Saiten, die ſchon einige Male in ſeiner Unterhaltung getönt hatten, durch nichts berührt wurden, er war beinahe wie andere Menſchen. Dieſer Mann war für Franz ein wahres Räthſel. Der Graf konnte nicht zweifeln, daß der junge Reiſende ihn erkannt hatte, und dennoch zeigte ſeit ihrem zweiten Zuſammentreffen kein Wort, keine Miene, daß er ſich erinnere, ihn ſchon geſehen zu haben. So viel Luſt Franz auch hatte, auf ihr früheres Zuſammentreffen anzuſpielen, ſo hielt doch die Furcht, einem Manne, der ihn und ſeinen Freund mit Artigkeiten aller Art überhäuft hatte, unangenehm zu ſein, ihn zurück. Er fuhr alſo fort, die bisherige Zurückhaltung gegen ihn zu beobachten.

Da der Graf erfahren hatte, daß die beiden Freunde ſich ver⸗ gebens um eine Loge im Theater Argentina bemüht hatten, kam er, um ihnen den Schlüſſel zu der ſeinigen zu bringen; wenigſtens war dieſes der Vorwand ſeines Beſuchs. Franz und Albert machten einige Schwierigkeiten, wollten ihn ſeines Platzes nicht berauben, und was man bei ſolchen Gelegenheiten mehr zu ſagen pflegt; aber der Graf antwortete ihnen, daß, da er dieſen Abend das Theater Vallé beſuche, ſeine Loge im Theater Argentina, wenn ſie dieſelbe nicht benutzten, leer ſtehen werde.

Dieſe Verſicherung beſtimmte die jungen Leute zur Annahme. Franz hatte ſich nach und nach an die Bleichheit des Grafen ge⸗ wöhnt, die ihn im Anfange ſo ſehr frappirt hatte, er konnte nicht umhin, der Schönheit dieſes ernſten, antiken Kopfes, deſſen einziger Fehler(oder vielleicht größte Schönheit), gerade dieſe Bleichheit war, Gerechtigkeit widerfahren zu laſſen. Lebhafter Verehrer Byrons, konnte Franz dieſe Geſtalt nicht ſehen, ja nicht einmal an ihn denken, ohne ſich dieſes finſtere Geſicht auf die Schultern Manfred's oder unter den Hut Lara's zu träumen. Er hatte die Falte auf der

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