Teil eines Werkes 
3 (1870)
Entstehung
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Nun! ſagte er zu Franz, als dieſer zu leſen aufhörte,was denkſt Du davon, theurer Freund?

Nun, ich denke, erwiderte Franz,daß die Sache ganz den Gang eines ſehr angenehmen, kleinen Abenteuers nimmt.

Das iſt meine Meinung auch, ſagte Albert,und ich fürchte ſehr, daß Du allein auf den Ball des Herzogs von Bracciano wirſt gehen müſſen.

Franz und Albert hatten nämlich am Morgen Jeder eine Ein⸗ ladung von dem berühmten römiſchen Bankier erhalten.

Ueberlege Dir es wohl, lieber Albert, ſagte Franz;die ganze Ariſtokratie wird bei dem Herzog ſein, und wenn Deine ſchöne Unbekannte wirklich zu der Ariſtokratie gehört, wird ſie nicht

umhin können, auch daſelbſt zu erſcheinen.

Möge ſie da ſein oder nicht, ich halte meine Meinung über ſie feſt, fuhr Albert fort.Du haſt das Billet geleſen; Du kennſt die mangelhafte Erziehung, welche die Frauen der mezzosito(des Mittelſtandes) in Italien erhalten. Nun wohl! lies das Billet nochmals, unterſuche es genau, ſieh die ſchöne Schrift und finde mir in demſelben einen Fehler des Styls oder der Orthographie. Wirklich war die Schrift reizend und die Orthographie tadellos.

Du biſt ein Auserwählter, verſicherte Franz.

Lache ſo viel Du willſt, ſpotte nach Herzensluſt, erwiderte Albert,ich bin verliebt.

O! mein Gott! Du erſchreckſt mich! rief Franz,und ich ſehe es ſchon kommen, daß ich nicht nur allein auf den Ball des Herzogs von Bracciano gehen werde, ſondern auch allein nach Florenz zurückkehren muß.

Das ſage ich Dir: iſt meine Unbekannte ſo liebenswürdig als ſchön, ſo bleibe ich für's Erſte wenigſtens ſechs Wochen in Rom. Ich bete Rom an, und hatte immer einen vorherrſchenden Geſchmack für Alterthumskunde.

Nun, noch eine Begegnung wie die heutige, und ich erlebe es noch, in Dir ein Mitglied der Akademie der ſchönen Künſte und Alterthumskunde zu ſehen.

Gewiß war Albert auf dem beſten Wege, ſeine Rechte an einen Sitz in der Akademie zu erörtern, als ihnen gemeldet wurde, daß angerichtet ſei. Da nun die Liebe Albert keineswegs den Appetit