Teil eines Werkes 
3 (1870)
Entstehung
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Albert hatte Recht; die ſchöne Unbekannte hatte ohne Zweifel auch beſchloſſen, die Intrigue an dieſem Tage nicht weiter zu treiben, denn obgleich die jungen Leute noch einige Male die Runde machten, ſahen ſie den bewußten Wagen nicht wieder; er war wahrſcheinlich durch eine der Nebenſtraßen verſchwunden. Nun kehrten ſie zum Palaſte Rospoli zurück, aber auch der Graf und der blaue Domino waren verſchwunden; die beiden gelb decorirten Fenſter waren übrigens beſetzt, wahrſcheinlich von Perſonen, die er eingeladen hatte.

In dieſem Augenblicke gab die Glocke das Zeichen, daß die mascherata für heute zu Ende ſei; augenblicklich wurde der Wagen⸗ zug unterbrochen, und die Wagen verſchwanden in den verſchiedenen Querſtraßen. Franz und Albert waren gerade der Via delle Maratte gegenüber; der Kutſcher fuhr darüber, ohne zu fragen, und an dem Palais Rospoli entlang nach dem ſpaniſchen Platze und hielt vor dem Hotel. Meſſer Paſtrini empfing ſeine Gäſte auf der Schwelle.

Franz fragte ſogleich nach dem Grafen und äußerte ſein Be⸗ dauern, nicht zu rechter Zeit gekommen zu ſein; aber Paſtrini be⸗ ruhigte ihn, indem er ihm ſagte, daß der Graf einen zweiten Wagen beſtellt habe, der um vier Uhr nach dem Palais Rospoli gefahren ſei. Er war beauftragt, den beiden Freunden im Namen des Grafen den Schlüſſel zu deſſen Loge im Theater Argentina anzubieten. Franz fragte Albert um ſeine Pläne, dieſer aber hatte viel zu wichtige Dinge im Kopfe, um jetzt ſchon an das Theater zu denken; ſtatt alſo zu antworten, erkundigte er ſich bei Meſſer Paſtrini, ob er ihm einen Schneider verſchaffen könne.

Einen Schneider, fragte der Wirth,und was ſoll der?

Uns bis morgen Anzüge romaniſcher Bauern von der aller⸗

ochſten Eleganz machen.

Meſſer Paſtrini ſchüttelte den Kopf.

Ihnen von jetzt bis morgen zwei Kleider machen! rief er, das iſt, verzeihen Excellenza's, eine Forderung à la Francaise. Anei Aleider! da werden Sie in den nächſten acht Tagen gewiß keinen

Schueider in ganz Rom finden, der Ihnen ſechs Knöpfe an eine Weſte näht, und bezahlten Sie ihm für den Knopf einen Thaler.

119 Alſo muß ich auf die Ausführung eines hübſchen Einfalls

verjichten?-

Nein, denn wir können dieſe Kleider fertig bekommen. Laſſen

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