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„O!“ antwortete Albert, halb lachend, halb ernſthaft:„ich denke, der Carneval ſoll nicht ohne Entſchädigung vergehen.“ Ungeachtet dieſer Hoffnung Alberts verging der Tag ohne andere Abenteuer, als noch einige Begegnungen mit den romaniſchen Bäuerinnnen; bei einer dieſer Begegnungen löſete ſich, ſei es aus Zufall oder Abſicht, Alberts Maske. Jetzt nahm er alle noch vor⸗ handenen Sträuße und warf ſie in den Wagen, wahrſcheinlich wurde eine der reizenden Frauen, die Albert unter der Maske der Bäuerinnen vermuthete, von dieſer Galanterie gerührt, denn als ſie dem Wagen der beiden Freunde wieder begegnete, warf ſie einen Veilchenſtrauß hinein. Albert riß ihn an ſich, Franz, der keine Urſache hatte, zu glauben, daß er für ihn beſtimmt ſei, ſah ruhig
zu, wie er ſich deſſelben bemächtigte. Albert ſteckte ihn in's Knopf⸗
loch und der Wagen ſetzte ſeinen Triumphzug fort. „Nun!“ meinte Franz,„da iſt ja ſchon der Anfang eines
Abenteuers gemacht.“
„Lache ſo viel Du willſt, aber ich glaube, Du haſt Recht und dies Sträußchen laſſe ich nicht wieder von mir.“
„Pardieu! das glaube ich wohl,“ verſetzte Franz lachend,„das geſchieht aus Dankbarkeit.“
Dieſer Scherz nahm übrigens bald ein ganz ernſtliches Anſehen an, denn als die Freunde dem Wagen mit den Bäuerinnen wieder begegneten, klatſchte die, welche den Veilchenſtrauß ihnen zugeworfen hatte, in die Hände, als ſie denſelben in Alberts Knopfloche ſah.
„Bravo! mein Lieber! Bravo!“ rief Franz,„das iſt ja köſtlich; ſoll ich Dich verlaſſen? biſt Du vielleicht lieber allein?“
„Nein,“ antwortete er,„nein, laſſen wir der Sache Zeit. Ich will nicht wie ein Thor mich dem erſten Lächeln ergeben, einem rendez-vous unter der Uhr, wie wir bei dem Ball im Opernhauſe ſagen. Wenn die ſchöne Bäuerin Luſt hat, die Sache weiter zu treiben, werden wir ſie morgen wieder finden, oder vielmehr, ſie wird uns wieder finden; dann wird ſie mir ein Lebenszeichen geben, und ich werde thun was nöthig iſt.“
„Wirklich, mein lieber Albert,“ antwortete Franz,„Du biſt weiſe wie Neſtor, und ſchlau wie Ulyſſes, und wenn unſere Circe es darauf anlegt, Dich in irgend ein Thier zu verwandeln, muß ſie es klug anfangen, oder eine mächtige Zauberin ſein.“


