Teil eines Werkes 
2 (1870)
Entstehung
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Graf zu den beiden Freunden,habe ich Ihnen dieſe beſorgen laſſen. Erſtlich ſind es die, welche dieſes Jahr den Vorzug haben, und dann ſind ſie auch am bequemſten wegen der Confetti, weil man das Mehl nicht darauf ſieht.

Franz hörte nur ſehr wenig von dem, was der Graf ſprach, und wußte überhaupt dieſe neue Freundlichkeit deſſelben wenig zu würdigen, denn das Schauſpiel, welches die piazza del Popolo jetzt darbot, und das entſetzliche Inſtrument, welches in dieſem Augen⸗ blicke die Hauptverzierung derſelben ausmachte, feſſelte ſeine ganze Aufmerkſamkeit. Es war das erſte Mal, daß Franz eine Gulllotine ſah; denn die römiſche mandaia iſt ziemlich nach demſelben Zu⸗ ſchnitt, wie die Guillotine gefertigt. Das Meſſer, welches die Ge⸗ ſtalt eines Halbmondes hat, und mit der convexen Seite ſchneidet, iſt nur etwas tiefer angebracht, das iſt der ganze Unterſchied.

Zwei Männer, die auf dem Brette ſaßen, auf welches der Hin⸗ gerichtete gelegt werden ſollte, frühſtückten vorläufig und aßen, wie es Franz ſchien, Wurſt und Brot; der Eine von ihnen hob das Brett auf, nahm eine Weinflaſche darunter hervor, trank und gab die Flaſche dem Andern; dieſe beiden Männer waren die Gehilfen des Scharfrichters. Bei dieſem einzigen Anblicke fühlte Franz den Schweiß aus allen ſeinen Poren brechen.

Die Verurtheilten, welche am Abend vorher aus ihren Ge⸗ fängniſſen geholt und in die kleine Kirche Santa⸗Maria del Popolo gebracht waren, hatten die ganze Nacht, Jeder von zwei Prieſtern unterſtützt, in einer vergitterten Trauerkapelle zugebracht, vor welcher Wachen auf⸗ und abgingen, die alle Stunden abgelöſ't wurden. Eine von beiden Seiten der Thüre bis nach dem Schaffot führende doppelte Reihe von Carabiniers, bildete ein Spalier, durch welches die Verurtheilten gehen mußten, und ſchloß einen Kreis zehn Fuß breit um das Schaffot. Der ganze übrige Theil des Platzes war ſo gedrängt voll Menſchen, daß man nur die Köpfe ſah; viele Frauen hielten ihre Kinder auf den Schultern; dieſe Kinder, welche das Ganze mit der Hälfte der Körper überragten, hatten die ſchönſten Plätze und boten zugleich einen reizenden Anblick dar.

Der Monte Pincio glich einem ungeheuren Amphitheater, deſſen ſämmtliche Stufen mit Zuſchauern beſetzt waren; die Balkons der beiden Kirchen, welche die Ecken der Straßen del Babuino und