daß er derſelbe verhüllte Unbekannte ſei, den er am vorgeſtrigen
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Abende in den Ruinen geſehen und unwillkürlich behorcht hatte. Er beſchloß alſo, die Sachen gehen zu laſſen, ohne den Grafen gerade zu fragen. Uebrigens hatte er einen Vortheil über ihn, er war Meiſter ſeines Geheimniſſes, während der Graf durchaus kein Uebergewicht über Franz erlangen konnte, der Nichts zu verbergen hatte. Indeſſen beſchloß er die Unterhaltung ſo zu leiten, daß einige ſeiner Zweifel durch dieſelbe aufgeklärt werden mußten.
„Herr Graf,“ ſagte er,„Sie haben die Güte gehabt, uns Plätze in Ihrem Wagen und an Ihren Fenſtern des Café Rospoli anzubieten, könnten Sie uns aber vielleicht ſagen, wie wir uns einen Platz auf der piazza del Popolo verſchaffen können?“
„Ach, ja! es iſt wahr,“ antwortete der Graf zerſtreut und Morcerf unabläſſig aufmerkſam betrachtend,„giebt es nicht auf der piazza del Popolo ſo etwas wie eine Hinrichtung?“
„Ja,“ verſetzte Franz, erfreut, daß er von ſelbſt dahin kam, wo er ihn haben wollte.
„Warten Sie, warten Sie, ich glaube meinem Intendanten geſtern einen Auftrag in dieſer Angelegenheit gegeben zu haben, vielleicht kann ich Ihnen auch noch dieſen kleinen Dienſt erzeigen.“
Er zog eine Klingelſchnur.
Sogleich erſchien ein Mann von fünfundvierzig bis fünfzig Jahren, der dem Schmuggler, der Franz in die Höhle geführt hatte, wie ein Waſſertropfen dem andern glich, ihn aber durchaus nicht zu erkennen ſchien. Er ſah, daß die Looſung gegeben war.
„Herr Bertuccio,“ ſagte der Graf,„habt Ihr meinem geſtrigen Auftrage gemäß, Euch bemüht, mir ein Fenſter an der piazza del Popolo zu verſchaffen?“
„Ja, Excellenza,“ antwortete der Haushofmeiſter,„aber es war ſchon ſehr ſpät...“
„Wie!“ ſprach der Graf, die Augenbrauen zuſammenziehend, „habe ich Euch nicht geſagt, daß ich eins haben wollte?“
„Und Excellenza haben auch eins, das, welches für den Fürſten Lobanief gemiethet war, aber ich habe hundert...“
„Es iſt gut, es iſt gut, Herr Bertuccio; erſpart dieſen Herren die Aufzählung aller dieſer Umſtände; Ihr habt das Fenſter, das Der Graf von Monte⸗Chriſto. 29


