XXXVI.
Mazolatto.
„Meine Herren,“ ſagte der Graf näher tretend,„entſchuldigen Sie mich, daß ich Sie mir zuvorkommen ließ, aber indem ich früher zu Ihnen gekommen wäre, hätte ich zu ſtören fürchten müſſen. Uebrigens hatten Sie mir Ihren Beſuch verſprechen laſſen und ich wollte mich deſſelben nicht berauben.“
„Mein Freund und ich,“ ſprach Albert,„müſſen Ihnen, mein Herr Graf, tauſend Dank ſagen; Sie überheben uns einer großen Verlegenheit, denn wir waren eben im Begriff, das originellſte Fuhr⸗ werk zu erfinden, als Ihre gütige Einladung an uns gelangte.“
„Ei, mein Gott! meine Herren,“ entgegnete der Graf, indem er die jungen Leute mit einer Bewegung der Hand aufforderte, ihre Plätze wieder einzunehmen,„das iſt die Schuld des einfältigen Paſtrini, daß Sie ſo lange in Verlegenheit geblieben ſind; er hatte mir, der ich, allein und abgeſchloſſen wie ich hier lebe, nur eine Gelegenheit wünſchte, um mit meinen Nachbarn Bekanntſchaft zu machen, nicht ein Wort davon geſagt. Sie werden bemerkt haben, daß ich, ſobald ich erfuhr, daß ich Ihnen in irgend einer Art dienen könnte, mit Freuden dieſe Gelegenheit ergriff, Ihnen mein Com⸗ pliment zu machen.“*
Unſere jungen Freunde verneigten ſich. Franz hatte noch kein Wort hervorbringen können, er hatte noch keinen Entſchluß gefaßt, und da der Graf auf keine Weiſe die Abſicht zeigte, ihn zu er⸗ kennen, oder den Wunſch, von ihm erkannt zu ſein, war er unſchlüſſig, ob er auf irgend eine Weiſe auf die Vergangenheit anſpielen, oder die Entwickelung der Zukunft überlaſſen ſolle. Uebrigens, ſo gewiß er auch war, daß er es war, den er geſtern Abend in der Loge geſehen hatte, konnte er doch nicht mit gleicher Gewißheit behaupten,


