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Franz und Albert hatten nur den Corridor zu paſſiren. Der Wirth ging vor ihnen her und zog die Klingel; ein Laquai öffnete.
„I signori francesi,“ ſagte der Wirth. Der Diener verbeugte ſich und bat ſie einzutreten.
Sie gingen durch zwei ſo prachtvolle Zimmer, wie ſie in dem Hotel von London nicht zu finden erwartet hätten, und kamen end⸗ lich in einen vollkommen eleganten Salon. Ein türkiſcher Teppich bedeckte den Fußboden, die köſtlichſten Divans luden zum Sitzen ein. Prachtvolle Gemälde von den erſten Meiſtern ſchmückten ab⸗ wechſelnd mit Trophäen von koſtbaren Waffen die Wände, und große türkiſche Vorhänge bedeckten alle Eingänge.
„Haben Excellenz die Gnade, Platz zu nehmen, der Herr Graf ſollen ſogleich benachrichtigt werden,“ ſagte der Diener und ent⸗ fernte ſich.
In dem Augenblicke, als der Laquai die Thüre öffnete, hörten ſie den Ton einer guzla, der ſogleich wieder erſtarb; die gleich wieder verſchloſſene Thür hatte ſo zu ſagen nur einen Hauch von Harmonie eindringen laſſen. Franz und Albert ſahen einander an, dann die Teppiche, Geräthe, Bilder und Waffen, dieſes Alles ſchien ihnen beim zweiten Erblicken noch prachtvoller als in dem Augenblicke, wo ſie das Zimmer betraten.
„Nun!“ fragte Franz ſeinen Freund,„was ſagſt Du dazu?“
„Meiner Treu, mein Lieber, ich ſage, daß unſer Nachbar irgend ein Banquier ſein muß, der in ſpaniſchen Fonds gewonnen hat, oder ein Fürſt, der incognito reiſ't.“
„Pſt!“ machte Franz,„wir werden es bald erfahren, denn da iſt er.“
Wirklich hörten die jungen Leute das Geräuſch einer ſich öffnenden Thür, die Vorhänge theilten ſich und der Beſitzer ſo vieler Reichthümer ſtand vor ihnen. Albert trat ihm entgegen, Franz hin⸗ gegen blieb wie angewurzelt an ſeinem Platze.
Der Graf von Monte⸗Chriſto war Niemand anderes als der Mann aus der Loge, der Unbekannte aus den Ruinen, der geheimniß⸗ volle Wirth von Monte⸗Chriſto.


