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ſpiel gern ſehen wollte, ſo würde ich ja wohl auf dem Monte Pincio Platz finden.“
„O! Excellenza werden ſich doch nicht in das Volksgedränge miſchen, zwiſchen die Canaille, deren natürliches Amphitheater dort iſt!“
„Wahrſcheinlich werde ich gar nicht hingehen,“ antwortete Franz; „aber einige Nachrichten wünſchte ich zu haben.“
„Worüber?“
„Ich möchte die Anzahl der Verurtheilten wiſſen, ihre Namen und die Art der Hinrichtung.“
„Das trifft ſich herrlich, Excellenza, denn ſo eben ſind die tavo- lette gebracht.“
„Was iſt das, die tavolette?“
„Die tavolette ſind hölzerne Tafeln, die an den Vorabenden von Hinrichtungen an alle Straßenecken befeſtigt werden, und auf welchen die Namen der Verurtheilten, ihre Verbrechen und die Art der Hinrichtung zu leſen ſind. Dieſe Benachrichtigung findet ſtatt, um die Gläubigen aufzufordern, Gott zu bitten, daß er den Schuldigen eine aufrichtige Reue ſchenke.“
„Und Euch werden dieſe tavolette gebracht, damit Ihr Eure
Gebete mit denen der Gläubigen vereinigen könnt?“ fragte Franz mit zweifelnder Miene. „Nein, Excellenza, ich habe einen Accord mit dem Manne, der ſie anſchlägt, gemacht, und er bringt ſie mir, wie er mir alle An⸗ ſchlags⸗ und Theaterzettel bringt, um meine werthen Gäſte zu be⸗ nachrichtigen, im Fall ſie etwa der Hinrichtung beizuwohnen die Luſt hätten.“
„Eil das iſt ja eine außerordentlich zarte Aufmerkſamkeit,“ rief Franz.
„O!“ ſprach Weſſer Paſtrini lächelnd,„ich kann mich rühmen, Alles zu thun, was in meinen Kräften ſteht, um die hohen Rei⸗ ſenden, die mich mit ihrem Vertrauen beehren, zufrieden zu ſtellen.“
„Das ſehe ich, mein lieber Herr Wirth und werde es gegen Jeden, der es hören will, zu rühmen wiſſen, darauf könnt Ihr Euch verlaſſen. Doch jetzt möcht' ich wohl eine tavolette leſen.“
„Das iſt leicht zu machen,“ ſagte der Wirth, die Thüre öffnend, ich habe eine in den Corridor hängen laſſen.“
Er ging hinaus, nahm die tavolette ab und brachte ſie Franz.


