„Geſtehet, daß dieſes eine ſchreckliche Geſchichte iſt,“ ſagte er mit heiſerer Stimme.
„Um ſo ſchrecklicher, als das Unglück nicht von Gott, ſondern nur durch Menſchen kam.“
„Gehen wir alſo zu dieſen Menſchen über,“ ſagte der Abbé; „aber bedenkt,“ fügte er faſt drohend hinzu,„daß Ihr Euch ver⸗ pflichtet habt, mir Alles der Wahrheit gemäß zu ſagen; laßt ſehen, wer ſind diejenigen, durch deren Schuld der Sohn in Verzweiflung, der Vater vor Hunger ſterben mußte?“
„Zwei Männer, die, der Eine aus Liebe, der Andere aus Ehr⸗ geiz, eiferſüchtig auf ihn waren, Fernand und Danglars.“
„Und auf welche Weiſe bethätigte ſich dieſe Eiferſucht?“
„Sie denuncirten Edmond als Agenten der bonagpartiſtiſchen Partei.“
„Aber welcher von Beiden denuncirte? Welcher von Beiden war der wirklich Schuldige?“
„Alle Beide, Herr Abbé; der Eine ſchrieb die Anklage, der Andere trug ſie auf die Poſt.“
„Und wo wurde dieſer Brief geſchrieben?“
„Den Tag vor der Hochzeit, in der Schänke des Vaters Pamphile.“
„Richtig, richtig,“ murmelte der Abbé.„O! Faria! Faria! wie genau kannteſt Du Menſchen und Dinge!“
„Sie ſagten, Herr Abbé?“ fragte Caderouſſe.
„Nichts,“ entgegnete der Geiſtliche;„fahrt fort.“
„Danglars ſchrieb die Anklage mit der linken Hand, damit ſeine Handſchrift nicht erkannt werde, und Fernand beförderte ſie.“ „Aber,“ rief plötzlich der Abbé,„Ihr war't dabei, Ihr!“
„Ich,“ ſagte Caderouſſe ſtaunend,„wer hat Ihnen geſagt, daß ich dabei war?“
Der Abbé ſah ein, daß er ſich zu weit hatte hinreißen laſſen.
„Niemand,“ ſagte er,„aber ich denke, da Ihr das Alles ſo genau wißt, müßt Ihr wohl dabei geweſen ſein.“
„Es iſt wahr,“ antwortete Caderouſſe mit erſtickter Stimme; „ich war dabei.“
„Und Ihr wideerſetztet Euch dieſer Niederträchtigkeit nicht! Dann ſeid Ihr ja Mitſchuldiger;“ zürnte der Abbé.
ſag


