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ſehr, daß es Mercedes gelingen möge, ihn zu bewegen, daß er ihr folgte; der unausgeſetzt über meinem Kopfe hin und her hallende Tritt ließ mir keinen Augenblick Ruhe.“
„Aber, ginget Ihr nicht ſelbſt zu dem armen Greiſe hinauf, um ihn zu tröſten?“
„Ach! Herr Abbé, man kann Niemand tröſten, der nicht ge⸗ tröſtet ſein will; und er wollte es nicht ſein. Uebrigens, ich weiß nicht warum, aber es ſchien mir, als ſähe er mich nicht gern. Eine Nacht indeſſen, als ich ihn gar zu laut ſchluchzen hörte, konnte ich nicht widerſtehen; ich ſtieg hinauf; als ich aber an die Thüre kam, ſchluchzte er nicht mehr, ſondern betete. Ich bin nicht im Stande, Herr Abbé, Ihnen die beredten Worte und das klägliche Flehen zu wiederholen: es war mehr als Frömmigkeit, mehr als Schmerz; auch ſagte ich, obgleich ich nicht ſcheinheilig bin und die Jeſuiten nicht liebe, damals zu mir ſelbſt: Gott Lob, daß ich allein bin und keine Kinder habe, denn wäre ich Vater und fühlte einen ähnlichen Schmerz, wie dieſer arme Greis, und fände in meinem Herzen und Gedächtniſſe nicht Alles das, was er zu dem lieben Gotte ſagte, ſo würde ich geraden Weges an das Meer gehen und mich hinein ſtürzen, um nicht länger ſo zu leiden.“
„Armer Vater!“ murmelte der Geiſtliche.
„Mit jedem Tage wurde er ſtummer und einſamer; Herr Morrel und Mercedes kamen oft zu ihm, fanden aber ſeine Thüre verſchloſſen, und er öffnete nicht, obgleich er zu Hauſe war. Eines Tages, als er Mercedes gegen ſeine Gewohnheit eingelaſſen hatte, und das arme Kind, ſelbſt verzweifelnd, ihn zu tröſten ſuchte, ſagte er:„Glaube mir, mein Kind, er iſt todt... und erwartet uns, ſtatt daß wir ihn erwarten... Ich bin ſehr glücklich, denn ich bin der Aelteſte von uns und werde ihn folglich zuerſt wiederſehen...“
„Wenn man auch noch ſo gut iſt, man hört bald auf, die⸗ jenigen aufzuſuchen, die einen traurig ſtimmen; der alte Dantes blieb zuletzt ganz allein. Ich ſah nur zuweilen fremde Menſchen zu ihm hinauf gehen, die mit ſchlecht verborgenen Packeten wieder herunter kamen; ſpäter erfuhr ich, was es damit für eine Bewandtniß hatte: er verkaufte nach und nach Alles, was er noch beſaß, um zu leben. Endlich waren die Sachen des guten Mannes Alle fort... Er war drei Termine ſchuldig, er wurde bedroht, aus dem Hauſe


