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„der Herr verlangt Auskunſt und da erfordert die Höklichkeit, ſie ihm zu geben.“
„Ja, aber die Klugheit verlangt, daß Du ſie ihm verweigerſt. Wer ſagt Dir, Dummkopf! aus welchen Gründen Du ausgefragt wirſt?“
„Aus einem vortrefflichen, liebe Frau, dafür ſtehe ich Euch,“ verſicherte der Abbé;„Euer Mann hat alſo nichts zu befürchten, beſonders wenn er mir frei und offen antwortet.“
„Nichts zu fürchten... ja, mit ſchönen Verſprechungen fängt man an, dann heißt es: Ihr habt nichts zu fürchten, dann geht man, ohne von dem, was man verſprochen, etwas zu halten, und eines ſchönen Tages bricht das Unglück über den Armen herein, ohne daß man weiß, woher es kommt.“
„Seid unbeſorgt, gute Frau,“ antwortete der Abbé,„von meiner Seite kommt Euch kein Unglück, verlaßt Euch darauf.“
Die Carconte brummte einige unverſtändliche Worte, ließ ihren Kopf, den ſie einige Augenblicke erhoben hatte, auf die Kniee zurück⸗ fallen und gab, vom Fieberfroſte geſchüttelt, ihrem Manne volle Freiheit, ſein Geſpräch fortzuſetzen, doch ſetzte ſie ſich ſo, daß ſie jedes Wort hören konnte.
Unterdeſſen hatte der Abbé einige Schluck Waſſer getrunken und ſich etwas erholt.
„Aber,“ fragte er weiter,„war denn der unglückliche Greis ſo ganz von aller Welt verlaſſen, daß er eines ſolchen Todes ſterben mußte?“
„Ol! mein Herr,“ entgegnete Caderouſſe,„weder die Catalo⸗ nierin Mercedes, noch Herr Morrel haben ihn verlaſſen; aber der arme Greis hatte eine tiefe Abneigung gegen Fernand gefaßt, gegen denſelben,“ fuhr Caderouſſe ironiſch fort,„den Dantes Ihnen als einen ſeiner Freunde bezeichnet hat.“
„War er es denn nicht?“ fragte der Abbé.
„Gaspard, Gaspard,“ murmelte die Frau oben auf der Treppe, „bedenke, was Du ſagen willſt!“
Caderouſſe machte eine ungeduldige Miene, und fuhr, ohne auf die Unterbrechung weiter zu achten, fort:—„Kann man der Freund deſſen ſein, nach deſſen Frau man Verlangen trägt? Dantes, deſſen Herz rein wie Gold war, nannte alle dieſe Menſchen ſeine Freunde...
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