Teil eines Werkes 
2 (1870)
Entstehung
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ter⸗

293 Weil der Fünfte todt iſt, wie man mir geſagt hat... nämlich Dantes Vater.

Ach ja! ſagte Caderouſſe, durch die verſchiedenartigſten Em⸗

pfindungen, die in ſeinem Innern kämpften, bewegt;ach! ja der arme Mann, er iſt todt!

Dies habe ich in Marſeille gehört, ſagte der Abbé, dem es ungeheure Anſtrengung koſtete, gleichgiltig zu ſcheinen;aber dieſer Todesfall iſt ſchon lange her, daß ich nichts Genaues darüber er⸗ fahren konnte... Solltet Ihr vielleicht etwas Näheres über den Tod dieſes Greiſes wiſſen?

Nun! entgegnete Caderouſſe,wer ſollte denn das wohl beſſer wiſſen können, als ich?... ich wohnte ja unter dem guten Manne.. Ach! mein Gott! ja, er ſtarb, kaum ein Jahr nachdem ſein Sohn verſchwunden war, der arme Greis!

Aber woran ſtarb er?

Die Aerzte, die für jede Krankheit einen Namen haben, nannten die ſeine eine gaſtriſche Darmentzündung, ſeine Bekannten ſagten, er ſei vor Schmerz geſtorben und ich, der ich ihn beinahe habe ſterben ſehen, meine, daß er... Caderouſſe hielt inne.

Nun, woran meint Ihr, daß er ſtarb, fragte der Geiſtliche mit Seelenqual.

Nun! vor Hunger.

Vor Hunger! ſchrie der Abbé, hoch auf ſeinem Schemel in die Höhe fahrend;vor Hunger! Die niedrigſten Thiere haben ihre Nahrung; die Hunde, welche in den Straßen umher irren, finden eine mitleidige Hand, die ihnen einen Biſſen Brod zuwirft! und ein Mann, ein Chriſt, iſt Hungers geſtorben, umgeben von ſo vielen Menſchen, die ſich Chriſten nannten, wie er! Unmöglich! O! un⸗ möglich!

Was ich geſagt habe, habe ich geſagt, erwiderte Caderouſſe.

Und Du haſt Unrecht, ſagte eine Stimme auf der Treppe; wozu miſcheſt Du Dich da hinein?

Die beiden Männer drehten ſich um, und ſahen durch das

Treppengeländer das kranke Geſicht der Carconte; ſie war mühſam

bis dahin geſchlichen, um die Unterhaltung anzuhören und ſaß, den Kopf auf die Kniee geſtützt, auf der oberſten Stufe. Was bekümmerſt Du Dich darum, Frau? ſagte Caderouſſe;