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„Eben darum hat er mich beauftragt, ſein Geſchick, das ihm ſelbſt hienieden dunkel blieb, aufzuklären und ſein Gedächtniß, wenn daſſelbe etwa befleckt wäre, von allem Makel zu reinigen.“
Und der immer ſtarrer werdende Blick des Abbé verſchlang den faſt verzweiflungsvollen Ausdruck auf Caderouſſe's Geſicht.
„Ein reicher Engländer, ſein Unglücksgefährte,“ fuhr der Abbé fort,„der unter der zweiten Reſtauration frei wurde, beſaß einen Diamanten von großem Werthe. Als er das Gefängniß verließ, wollte er dem Dantes, der ihn in einer langwierigen, gefährlichen Krankheit wie einen Bruder mit größter Aufopferung gepflegt hatte, ein Andenken ſchenken und ließ ihm den Diamanten. Dantes, ſtatt denſelben zu benutzen, um ſeine Wächter zu beſtechen, die ihn viel⸗ leicht genommen und Dantes doch verrathen hätten, bewahrte ihn wie ein köſtliches Kleinod, für den Fall, daß er die Freiheit erhielte; denn wenn er je frei wurde, ſo war durch den bloſen Verkauf dieſes Diamanten ſein Glück gemacht.“
„Es war alſo,“ fragte Caderouſſe mit glühenden Augen,„ein Diamant von großem Werthe?“
„Alles hat zwei Seiten,“ antwortete der Abbé;„von großem Werthe für Dantes war er; er war auf fünfzigtauſend Franken geſchätzt.“
„Fünfzigtauſend Franken!“ rief Caderouſſe;„aber dann mußte er ja von der Größe einer Nuß ſein?“
„Nicht ganz,“ entgegnete der Abbé;„aber Ihr könnt ſelbſt darüber urtheilen, denn ich habe ihn bei mir.“ Caderouſſe ſchien den köſtlichen Stein unter den Kleidern des Abbé erſpähen zu wollen.
Der Abbé zog ein kleines Käſtchen von ſchwarzem Chagrin aus ſeiner Taſche, und ließ vor Caderouſſe's geblendeten Augen einen, in einen prachtvollen Ring gefaßten Stein nach allen Richtungen hin funkeln.
„Und der iſt fünfzigtauſend Franken werth?“ fragte Caderouſſe lüſtern.
„Ohne die Faſſung, die auch noch von beträchtlichem Werthe iſt,“ antwortete der Abbé, ſchloß das Käſtchen und ſteckte es wieder in ſeine Taſche. Aber der in derſelben befindliche Diamant funkelte in Caderouſſe's Phantaſie fort.
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