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mitleidigem Erſtaunen und betrachtete prüfend das ärmliche Mobiliar der kleinen Wirthſchaft.
„Ich ſcheine Ihnen nicht reich zu ſein? nicht wahr, Herr Abbé,“ ſagte Caderouſſe ſeufzend;„aber was wollen Sie? iſt es nicht genug, daß man ein rechtſchaffener Mann iſt, um Glück in der Welt zu haben.“
Der Abbé betrachtete ihn mit durchdringenden Blicken.
„Ja, ein rechtſchaffener Mann zu ſein, kann ich mich rühmen, mein Herr,“ ſagte der Wirth, den forſchenden Blick des Abbé mit betheuernd auf die Bruſt gelegter Hand ertragend und den Kopf hin und her wiegend,„und das kann in unſern Tagen nicht Jeder von ſich ſagen.“
„Deſto beſſer für Euch,“ antwortete der Abbé,„wenn Ihr die Wahrheit ſagt; denn ich habe die feſte Ueberzeugung, daß früh oder ſpät, doch einſt gewiß, der Rechtſchaffene belohnt und der Böſe be⸗ ſtraft wird.“
„Ja, Herr Abbé, es kommt Ihnen zu, und iſt ſogar Ihre Pflicht, ſo zu reden;“ erwiderte Caderouſſe bitter.„Uebrigens ſteht es Jedem frei, zu glauben was er will.“
„Ihr thut Unrecht, ſo zu ſprechen, mein Freund,“ verſetzte der Abbé,„und vielleicht kann ich Euch in ſehr kurzer Zeit die Wahr⸗ heit meiner Behauptung an Euch ſelbſt beweiſen.“
„Was wollen Sie damit ſagen?“ fragte Caderouſſe verwundert.
„Ich will ſagen, daß ich vor allen Dingen ſicher ſein muß, ob Ihr Derjenige ſeid, den ich gebrauche.“
„Welche Beweiſe verlangen Sie?“
„Habt Ihr 1814 oder 1815 einen Seemann, Namens Dantes, gekannt?“
„Dantes! ob ich ihn gekannt habe, den armen Edmond! das wollte ich meinen; er war ſogar einer meiner beſten Freunde,“ rief Caderouſſe, deſſen ganzes Geſicht Purpurröthe überzog, während das klare, ſichere Auge des Abbé ſich zu erweitern ſchien, um den, welchen er ausfragte, ganz zu umfaſſen.
„Ja, wirklich, ich glaube, daß er Edmond hieß.“
„Ja freilich, hieß er Edmond, der Kleine, ſo gewiß wie ich Gaspard Caderouſſe heiße. Und was iſt aus dem armen Edmond Der Graf von Monte⸗Chriſto. 19


