Teil eines Werkes 
2 (1870)
Entstehung
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und leer wie eine Wüſte; ſie erſtreckte ſich weiß und ohne Anfang und Ende zwiſchen zwei Reihen von Bäumen, und es war auch, wenn man dieſe trockenen, ausgedorrten Bäume anſah, nicht zu vermuthen, daß ſich in der Mittagshitze irgend ein mit freiem Willen begabter Reiſender in dieſe Sahara wagen werde. Und dennoch würde Caderouſſe, wenn er nur noch einige Minuten auf ſeinem Poſten geblieben wäre, von Bellegarde herab einen Reiter haben kommen ſehen, der mit ſeinem Pferde in dem beſten Ver⸗ nehmen zu ſtehen ſchien; das Pferd, ein ſchöner Wallach, war ein angenehmer Paßgänger; der Reiter ein ſchwarz gekleideter Geiſt⸗ licher mit einem dreieckigen Hute. Ungeachtet der glühenden Mit⸗ tagshitze, gingen ſie einen ſehr mäßigen Trab. Vor dem Wirths⸗ hauſe angekommen, hielten ſie an, es war ſchwer zu unterſcheiden, ob das Pferd den Reiter oder der Reiter das Pferd veranlaßte, ſtillzuhalten; indeſſen der Reiter ſtieg ab, band ſein Pferd an einen Fenſterladen, der nur noch an einer Haspe hing, trocknete ſich dann mit einem rothbaumwollenen Tuche das ſchweißtriefende Geſicht und klopfte mit der eiſenbeſchlagenen Spitze ſeines ſpaniſchen Rohres dreimal auf die Thürſchwelle.

Sogleich erhob ſich der große, ſchwarze Hund und zeigte bellend ſeine ſcharfen, weißen Zähne, eine doppelte Kriegserklärung, welche bewies, wie wenig er an Geſellſchaft gewöhnt war. Zu gleicher Zeit erdröhnte die außerhalb des Hauſes an der Wand befindliche hölzerne Treppe unter einem ſchweren Tritte, und ſtaunend und mit gebeugtem Rücken erſchien der Wirth der ärmlichen Schänke vor dem ſeltenen Gaſte. 1

Hier bin ich, ſagte Caderouſſe ganz verwundert,hier bin ich! Wirſt Du ſchweigen, Margotin! Seien Sie unbeſorgt, mein Herr, er bellt, aber beißt nicht. Sie befehlen Wein, nicht wahr? denn es iſt teufelmäßig heiß. Verzeihung! unterbrach ſich Ca⸗ derouſſe, indem er ſah, mit welcher Klaſſe von Reiſenden er es zu thun hatte,Verzeihung! ich wußte nicht, wen ich die Ehre hatte, bei mir zu ſehen. Was wünſchen Sie? was befehlen Sie, Herr Abbé? Ich ſtehe zu Befehl.

Der Geiſtliche ſah den Gaſtwirth einige Secunden mit befrem⸗ dender Aufmerkſamkeit an; er ſchien ſogar abſichtlich die Aufmerk⸗ ſamkeit des Gaſtwirthes reizen zu wollen, als er aber ſah, daß