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gebürtig war, und ſo nannte ſie denn ihr Mann, nach der Ge⸗ wohnheit des Landes, die Leute häufiger mit ihrem Zunamen als mit ihrem wirklichen Namen zu nennen, Carconte, ſtatt Magdalene, vielleicht weil ihm dieſer Name zu ſanft und zu wohlklingend für ſeine rauhe Mundart war.
Indeſſen möge der Leſer nur glauben, daß der arme Gaſtwirth. ungeachtet ſeiner Ergebung in die Beſchlüſſe der Vorſehung, das Unglück, welches dieſelbe durch den Kanal von Beaucaire über ihn verhängt hatte, ſehr ſchmerzlich empfand, und daß er nicht unver⸗ wundbar gegen die beſtändigen Klagen ſeiner Frau war. Er war, wie alle Südländer, mäßig und hatte wenig Bedürfniſſe; aber eitel, was Aeußerlichkeiten anbetraf, war er. Auch ließ er in beſſeren Zeiten keine Prozeſſion von la Tarrasque vorübergehen, ohne ſich mit der Carconte derſelben anzuſchließen, und es wurde von den Einwohnern der nächſten Orte keine Kirmeß gefeiert, an der ſie nicht Theil nahmen: er in dem pittoresken, halb cataloniſchen, halb andaluſiſchen ſüdlichen Coſtüme, ſie in der reizenden Tracht der Frauen von Arles, welche halb griechiſchen, halb arabiſchen Ur⸗ ſprungs zu ſein ſcheint. Aber ach, die Uhrketten, Halsbänder, bunten Gürtel, geſtickten Mieder, Sammetweſten, Zwickelſtrümpfe, bunten Gamaſchen und Schuhe mit ſilbernen Schnallen und Knöpfen waren ſchon längſt verſchwunden; und da Gaspard Caderouſſe ſich nicht mehr im Glanze geſchmackvoller Eleganz des National⸗Coſtüms zeigen konnte, hatte er für ſich und ſeine Frau all' jenen geiſtlichen und weltlichen Feſtlichkeiten entſagt, deren fröhliche Klänge bis in die ärmliche Schänke drangen, die ihm jetzt mehr zum Aſyl, als zum Subſiſtenzmittel diente.
Caderouſſe hatte ſich alſo ſeiner Gewohnheit nach einen Theil des Morgens vor der Thüre aufgehalten, mit ſeinen melancholiſchen Blicken bald einige Hühner, die auf einem Raſenplatze pickten, beob⸗ achtend, bald von einem Ende der Heerſtraße nach dem andern ſehend, als plötzlich die ſcharfe Stimme ſeiner Frau, die ihn zu ſich rief, ihn veranlaßte, ſeinen gewöhnlichen Platz zu verlaſſen. Er ging brummend die Treppe hinauf, ließ aber, für den möglichen Fall, daß etwa Reiſende kämen, die Hausthüre weit offen.
In dem Augenblicke, wo Caderouſſe ſeinen Poſten vor der Thür verließ, war die Heerſtraße, die ſeine Blicke hüteten, ſo kahl


