Teil eines Werkes 
2 (1870)
Entstehung
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hatten, welche indeſſen vollſtändig hinreichend waren, den Dienſt des Hauſes zu verſehen, denn ſeit ein von Beaucaire nach Aigues⸗ Mortes geführter Kanal, durch die zu Waſſer leichtere Paſſage, die Landſtraße verödet hatte, ſah der Wirth des ſo einladenden Hauſes, welches wir zu beſchreiben verſucht haben, ſelten mehr Jemand bei ſich einkehren, und der Hund, der alte Wächter des Hauſes, bellte jetzt bei Tage ſo gut, als bei Nacht, jeden Vorübergehenden an, ſo ſehr war er aus der Uebung gekommen, Reiſende zu ſehen.

Der Wirth dieſer kleinen Schänke war ein Mann von vierzig bis zweiundvierzig Jahren, groß, mager und muskulös, ein ächter Südländer, mit ſeinen tiefen, glänzenden Augen, ſeiner Adlernaſe und ſeinen Zähnen, weiß, wie die eines Raubthieres, ſein Haar, welches ungeachtet des erſten Hauches des Alters, ſich nicht zum Ergrauen entſchließen zu können ſchien, war, wie ſein Bart, den er wie einen Ringkragen trug, dicht, kraus und mit einigen grauen Spitzchen gemiſcht; ſeine ohnehin von der Sonne gebräunte Haut hatte durch die Gewohnheit des armen Teufels, beſtändig, aber leider vergebens, nach Gäſten ausſehend, in der Thüre zu ſtehen, eine faſt ſchwarze Farbe bekommen. Dieſer Mann war Niemand anders, als unſer alter Bekannter, Gaspard Caderouſſe. Seine Frau, die als Mädchen Magdalene Radelle hieß, war dagegen bleich, mager und kränklich. Aus der Gegend von Arles gebürtig, hatte ſie, ohne die Spuren der urſprünglichen Schönheit zu verlieren, wegen der ihre Landsmänninnen berühmt ſind, nach und nach unter den Anfällen jenes ſo hartnäckigen, ſchleichenden Fiebers, welches in der Gegend der Tiefe von Aigues⸗Mortes und der Moräſte der Camargue zu Hauſe iſt, ſich bis zur Unkenntlichkeit verändert, ſie ſaß alſo faſt immer vor Froſt zitternd in einem Lehnſtuhle aus⸗ geſtreckt, oder lag auf ihrem Bette, während ihr Mann ſeinen gewöhnlichen Standpunkt behauptete, was der arme Schelm um ſo lieber that, als ſeine verdrießliche Ehehälfte ihn bei jedem Zu⸗ ſammenſein mit ihr mit Klagen über das Geſchick behelligte, welche indeſſen ihr Mann nur mit folgenden philoſophiſchen Worten beant⸗ wortete:

Schweig, Carconte! Es iſt Gottes Wille ſo!

Dieſen Zunamen hatte Magdalene Radelle dadurch bekommen, daß ſie aus dem Dorfe Carconte, zwiſchen Salon und Lambesc,