Teil eines Werkes 
2 (1870)
Entstehung
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XXVII. Das Wirthshaus zu Bont⸗-du-Gard.

Wer, wie der Erzähler dieſer Begebenheit, den Süden von Frankreich zu Fuß durchwandert hat, wird zwiſchen Bellegarde und Beaucaire, aber näher nach Beaucgaire hin, ein kleines Wirthhaus bemerkt haben, deſſen bei jedem Windſtoße knarrendes Aushänge⸗ ſchild eine plumpe Abbildung des Pont⸗du⸗Gard iſt. Dieſes kleine Wirthshaus liegt auf der linken Seite der Landſtraße, mit dem Rücken nach der Rhone zugekehrt; hinter demſelben befindet ſich ein ſogenannter Garten, das heißt, ein umzäunter Fleck Land, auf welchem einige verkrüppelte Olivenbäume und einige wilde Feigen⸗ bäume ſtehen, deren Blätter von Staub verſilbert ſind; unter ihnen wachſen, damit doch auch das Gemüſe nicht fehle, Lauch, ſpaniſcher Pfeffer und Chalotten, und in einer Ecke ſteht, wie eine vergeſſene Schildwache, eine ſchirmartig gezogene große Fichte, die ihre bieg⸗ ſamen Zweige ſchwermüthig ſenkt, während ihr fächerartig ausge⸗ breiteter Wipfel unter dreißig Grad glühender Sonnenhitze verdorrt. Alle dieſe Bäume, große und kleine, krummen ſich unter dem Ein⸗ fluſſe des Miſtral, eine der drei Landplagen der Provenge. Die beiden andern ſind, wie dem Leſer vielleicht bekannt iſt, die Durance und das Parlament. In der dieſes Haus und Garten umgebenden Fläche, die einem großen Staubmeere gleicht, ſproſſen einige Waizen⸗ halme, welche die Landbewohner wahrſcheinlich der Merkwürdigkeit wegen ziehen, und deren jeder einer Grille zum Aufenthalte dient, die mit ihrem ſcharfen und eintönigen Zirpen den in dieſer Thebaide verirrten Wanderer verfolgt.

Seit ungefähr acht Jahren wurde dieſes Wirthshaus von einem Manne und einer Frau verwaltet, die als einzige Bedienung ein Mädchen, Namens Trinette, und einen Stallknecht, Namens Pacaud,