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XXVI. Der Anbeſtannte.
Endlich brach der Tag an, den Dantes ſchon lange mit offenen Augen erwartet hatte. Mit dem erſten Sonnenſtrahle erhob er ſich, ſtieg, wie am Abend zuvor, auf den höchſten Felſen der Inſel, um ihre Umgebungen zu durchſpähen. Wie am Abend, war ſie öde.
Edmond ſtieg hinab, füllte ſeine Taſchen mit Edelſteinen, fügte, ſo gut er konnte, die Breter des Koffers zuſammen, bedeckte ihn mit Erde, trat dieſelbe glatt, ſtreute Sand darüber, um den Ort ſo viel als möglich dem andern Fußboden der Höhle gleich zu machen, verließ die Grotte, bedeckte ſie mit der Steinplatte, auf welche er Steine häufte, deren Zwiſchenräume mit Erde ausfüllte, in dieſelbe Myrthen und Geſträuch pflanzte und daſſelbe begoß, damit es ge⸗ deihen möge; dann verwiſchte er ſo gut als möglich ſeine Fußtapfen an dieſer Stelle und erwartete ungeduldig die Rückkehr ſeiner Kameraden. Es war auch nicht angebracht, jetzt ſeine Zeit mit der Betrachtung ſeiner Reichthümer zu vergeuden und auf Monte⸗Chriſto zu bleiben, um wie ein Drache todte Schätze zu bewachen. In das Leben, unter die Menſchen mußte er jetzt zurückkehren und in der Geſellſchaft den Rang, den Einfluß und die Macht einnehmen, welche der Reichthum, dieſe erſte und größte der Kräfte, über welche der Menſch gebieten kann, verleiht.
Am ſechſten Tage kehrten die Schmuggler zurück. Dantes er⸗ kannte die Haltung und den Lauf der jeune Amélie; er ſchleppte ſich an's Ufer, wie der verwundete Philoctet, und kündigte ſeinen Kameraden, als ſie landeten, mit immer noch kläglicher Stimme an, daß es ihm etwas beſſer gehe; dann ließ er ſich ihre Abenteuer er⸗ zählen. Sie hatten Glück gehabt, das war ausgemacht; aber kaum war die Ladung abgeſetzt, als ſie erfuhren, daß eine Inſpections⸗


