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begnügte ſich mit dem Wenigen, was Dantes ihm widmete. Wenn in den langen Tagen der Seefahrt das Schiff ſicher und ruhig über die klare Fläche glitt und nur der Bemühungen des Boot⸗ mannes bedurfte, unterrichtete Edmond, mit einer Karte in der Hand, Jacopo, wie der arme Abbé Faria ihn unterrichtet hatte. Er zeigte ihm die Lage der Küſten, erklärte ihm die Beſchaffenheit und die Veränderungen des Compaſſes, lehrte ihn leſen in dem großen, aufgeſchlagenen Buche über uns, welches man den Himmel nennt, und deſſen arzurne Wölbung Gott mit diamantnen Buch⸗ ſtaben beſchrieben hat.
Und wenn Jacopo ihn fragte:„Was nützt es einem armen Matroſen wie ich bin, alle dieſe ſchönen Sachen zu lernen?“ dann antwortete Edmond:„Wer weiß, ob Du nicht vielleicht einſt Schiffs⸗ Capitain wirſt; iſt doch Dein Landsmann Bonaparte(Jacopo war ein Corſe) Kaiſer geworden.
So waren nach und nach über zwei Monate verſtrichen. Edmond war ein eben ſo geſchickter Küſtenfahrer geworden, als er früher kühner Seefahrer geweſen war, er hatte mit allen Schmugglern der Küſte Bekanntſchaft gemacht, hatte alle jene Freimaurer⸗Zeichen, an denen dieſe halben Seeräuber einander erkennen, gelernt. Er war mehr als zwanzig Mal bei ſeiner Inſel Monte⸗Chriſto vorübergeſegelt, hatte aber nicht ein einziges Mal Gelegenheit gefunden, daſelbſt zu landen. Sein Entſchluß war nun folgender: Sobald ſeine Ver⸗ pflichtung auf der jeune Amélie abgelaufen war, wollte er auf ſeine eigene Rechnung eine kleine Barke miethen(was er konnte, da er bei den verſchiedenen Unternehmungen ſeines Patrons ſchon über hundert Piaſter zu ſeinem Antheile bekommen hatte) und ſich unter irgend einem Vorwande nach der Inſel Monte⸗Chriſto begeben. Dort angelangt und allein, konnte er dann ungehindert ſeine Nach⸗ forſchungen anſtellen. Zwar konnte er möglicherweiſe die Aufmerk⸗ ſamkeit ſeines bisherigen Patrons und ſeiner Kameraden erregen, indeſſen, ſie hatten ihm ja nichts zu befehlen, konnten ihm nicht ſchaden und:„Wer nicht wagt, der gewinnt nicht,“ dachte Dantes.
Die Gefangenſchaft hatte Dantes klug gemacht und er wollte gern ſo vorſichtig als möglich ſein, aber ſo ſehr er auch ſeinen er⸗ findungsreichen Geiſt anſtrengte, ſo fand er doch kein anderes Mittel, als daß er ſich geradezu hinfahren ließ.
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