Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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er mit der andern den Schweiß, der in Strömen über ſein Geſicht rieſelte und am ganzen Körper ausbrach, zu trocknen bemüht war; von Zeit zu Zeit durchſchauderte ihn tödtliche Kälte und verſetzte ſeinen ganzen Körper in krampfhafte Erſchütterung. Die Stunden verfloſſen, es blieb ſtill im Schloſſe und Dantes ſchöpfte einige Be⸗ ruhigung aus der Ueberzeugung, daß die erſte Gefahr glücklich vor⸗ übergegangen war.

Es war ein gutes Vorzeichen.

Endlich gegen die von dem Gouverneur beſtimmte Stunde hörte er Schritte im Corridor. Er begriff, daß der entſcheidende Augen⸗ blick gekommen war, nahm all' ſeinen Muth zuſammen und hielt den Athem an, hätte er nur eben ſo das heftige Pulſiren aller ſeiner Arterien unterdrücken können!

An der Thür wurde Halt gemacht; Dantes ſchloß aus dem doppelten Schritt, daß zwei Todtengräber kamen, um ihn zu holen. Dieſe Vermuthung wurde Gewißheit, als er hörte, wie ſie die Bahre niederſetzten. Die Thüre wurde geöffnet, ein gedämpftes Licht drang in ſeine Augen durch den Sack in dem er ſteckte, er ſah zwei Ge⸗ ſtalten ſich nähern, eine dritte mit einer Laterne in der Hand, blieb an der Thüre ſtehen. Die beiden Männer, die ſich dem Bette ge⸗ nähert hatten, hoben Einer am Kopf⸗, der Andere am Fuß⸗Ende den Sack auf.

„Tauſend, der magere Abbé iſt noch ſchwer,“ ſagte der, welcher den Kopf emporhob.

„Man ſagt, daß die Knochen mit jedem Jahre um ein halbes Pfund ſchwerer werden,“ erwiderte der, welcher die Füße ergriff.

„Haſt Du ſchon Deinen Knoten gemacht?“ fragte der Erſte.

„Das wäre wohl ſehr einfältig, uns mit ſo unnützer Laſt zu ſchleppen; ich werde ihn unten machen.“

„Du haſt Recht, komm alſo.“

„Wozu der Knoten?“ dachte Dantes.

Der anſcheinende Leichnam wurde auf die Bahre gelegt. Edmond machte ſich ſteif, um die Rolle eines Todten möglichſt treu zu ſpielen. Er wurde auf der Bahre zurecht gelegt und der Zug bewegte ſich, von dem Laternenträger angeführt, eine Treppe hinab. Plötzlich fühlte Dantes ſich von der friſchen, ſcharfen Nachtluft umgeben. Eine Empfindung von Wonne und Angſt bemächtigte ſich ſeiner

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