Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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Nach ungefähr zwanzig Schritten ſetzten die Träger die Bahre auf den Boden. Einer von ihnen entfernte ſich und Dantes hörte, daß er auf Steinpflaſter ging.

„Wo bin ich denn?“ fragte er ſich.

„Weißt Du, daß er teufelmäßig ſchwer iſt?“ ſagte der Zurück⸗ gebliebene, ſich auf den Rand der Bahre ſetzend.

Die erſte Empfindung Dantes war der Gedanke an Flucht, glücklicherweiſe beherrſchte er ſich.

„Leuchte mir doch, Dummkopf,“ ſagte der, welcher fortgegangen war, zu dem mit der Laterne,„ſonſt finde ich nie, was ich ſuche.“

Der Andere erfüllte die Forderung, obgleich ſie, wie der Leſer ſieht, in ziemlich unſchicklichen Ausdrücken ausgeſprochen war.

„Was ſucht er denn?“ fragte Dantes ſich wieder,„gewiß ein Grabſcheit.“

Ein Ausdruck von Zufriedenheit deutete an, daß der Todten⸗ gräber das Geſuchte gefunden habe.

„Endlich,“ ſagte der Andere,„es iſt ſchwer.“

Mit dieſen Worten näherte er ſich wieder der Bahre und Edmond hörte, daß er einen ſchweren Körper neben derſelben nieder⸗ ſetzte; in demſelben Augenblicke wurde ihm auf eine heftige und ſchmerzende Weiſe ein Strick um die Füße befeſtigt.

„Nunl iſt der Knoten gemacht?“ fragte der bis dahin unthätig gebliebene Todtengräber.

„Ja, und das tüchtig, ich ſtehe dafür,“ antwortete der Erſte.

„Nun, dann vorwärts!“

Darauf wurde die Bahre aufgehoben und weiter getragen.

Nach ungefähr fünfzig Schritten wurde eine Thüre geöffnet, durch die der Zug ging und jenſeits derſelben ſeinen Weg fortſetzte. Je weiter er getragen wurde, je genauer konnte Dantes das Geräuſch von Wellen, die ſich an einem Felſen brachen, unterſcheiden.

„Schlechtes Wetter!“ ſagte einer der Träger,„es muß nicht angenehm im Meere ſein, dieſe Nacht.“

„Ja, der gute Abbé wird naß werden,“ erwiderte der Andere, und ſie brachen in lautes Gelächter aus.

Obgleich Dantes dieſen Scherz nicht recht begriff, ſträubten ſich doch deſſen ungeachtet in Folge deſſelben ſeine Haare zu Berge.

„Gut! da wären wir ja,“ ſagte jetzt der Erſte der beiden Träger.

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