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„Alſo iſt,“ bemerkte Danglars,„was wir für ein Verlobungs⸗ feſt hielten, eine wirkliche Hochzeit?“
„Nein,“ entgegnete Dantes,„ſeid unbeſorgt, Ihr ſollt nichtse verlieren, morgen reiſe ich nach Paris, fünf Tage zur Hinreiſe, fünf Tage zur Rückreiſe, einen Tag, um den Auftrag, der mich hinführt, zu beſorgen, und den 12. März bin ich zurück und be⸗ ſtimme hiermit den 22. März zu dem wirklichen Hochzeitsſchmauſe.“
Die Ausſicht auf ein zweites Feſt erhöhte die Heiterkeit der Gäſte in dem Grade, daß Vater Dantes, der ſich zu Anfang des Mahles über Schweigen beklagte, Mühe hatte, einen Glückwunſch für das Brautpaar auszuſprechen. Edmond errieth die Abſicht ſeines Vaters und erwiderte ſie mit einem liebevollen Lächeln, Mercedes, die ſchon einige Male nach der im Saale befindlichen Kuckuksuhr
geſehen hatte, gab Edmond ein Zeichen. Schon herrſchte an der
Tafel jene lärmende Freude und jene perſönliche Freiheit, die bei Leuten geringeren Standes mit dem Ende der Mahlzeit einzutreten pflegt. Wem ſein Platz nicht behagte, hatte denſelben verlaſſen und andere Nachbarn aufgeſucht. Alle ſprachen zugleich und Niemand gab ſich mehr die Mühe, die an ihn gerichteten Fragen zu beant⸗ worten. Die Bläſſe Fernands hatte ſich auch den Wangen Danglars mitgetheilt; Fernand ſelbſt fühlte kaum noch, daß er lebe und kam ſich wie ein Verdammter im Pfuhle der Hölle vor. Er war einer der Erſten geweſen, die aufgeſtanden, und ging mit großen, aber ſchwankenden Schritten im Saale umher, und verſuchte mit ſeinem Gehör das Geräuſch und das Klingen der Gläſer zu durchdringen. Caderouſſe näherte ſich ihm in dem Augenblicke, wo Danglars, den er zu fliehen ſchien, ihn in einer Ecke des Saales erreichte.
„Wirklich,“ ſagte Caderouſſe, in dem das freundſchaftliche Bee⸗
nehmen Dantes und beſonders der ausgezeichnete Wein des Vaters Pamphile den letzten Reſt des Grolles, den Dantes unerwartetes Glück in ihm geweckt, ausgelöſcht hatte,„wirklich, Dantes iſt ein guter Junge, und wenn ich ihn neben ſeiner Braut ſitzen ſehe, ſo kenke ich, wie ſchade es geweſen wäre, ihm den häßlichen Poſſen zu ſpielen, den Ihr Euch geſtern ausgedacht.“
„Auch haſt Du geſehen,“ erwiderte Danglars,„daß der Spaß keine Folgen gehabt hat. Der arme Herr Fernand war ſo verſtört, vas er mich anfangs dauerte; aber von dem Augenblicke an, wo


