Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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„Durchaus nicht!“ rief Danglars;„Du weißt recht gut, daß ich das Papier zerriſſen habe.“

„Du haſt es nicht zerriſſen,“ entgegnete Caderouſſe,„Du haſt es zerknittert und in einen Winkel geworfen, das war Alles.“

„Schweige, Du haſt nichts geſehen, Du warſt betrunken.“

„Wo iſt Fernand?“ fragte Caderouſſe.

„Weiß ich's?“ antwortete Danglars;„zu ſeinen Geſchäften wahrſcheinlich. Aber ſtatt uns dabei außzuhalten, laßt uns dieſem armen Traurigeu zu Hülfe eilen.“

Wirklich hatte während dieſes Geſpräches Dantes ſeinen Freun⸗ den lächelnd die Hand geſchüttelt, Mercedes auf die Stirn geküßt, ſich als Gefangener geſtellt und geſagt:„Seid ruhig, der Irrthum wird ſich aufklären und ich werde wahrſcheinlich nicht einmal bis zum Gefängniſſe kommen.“

„Ol gewiß, ich ſtehe dafür,“ meinte Danglars, der ſich in die⸗

ſem Augenblicke der Gruppe näherte.

Dantes ging, von den Soldaten umgeben, hinter dem Commiſſair und dem Corporal die Treppe hinunter. Ein Wagen, deſſen Schlag offen ſtand, hielt an der Thür; er ſtieg hinein, der Commiſſair und zwei Soldaten ſetzten ſich zu ihm. Der Schlag wurde geſchloſſen und der Wagen rollte nach Marſeille zu.

„Adieu, Dantes! Adieu, Edmond! rief Mercedes, nach der Galerie ſtürzend. Der Gefangene hörte dieſen letzten Schrei, der wie ein Schluchzen aus dem zerriſſenen Herzen ſeiner Geliebten drang; er bog den Kopf aus dem Wagenfenſter und rief:

„Auf Wiederſehen, Mercedes!“ und verfchwand um die Ecke des Forts St. Nicolas.

„Wartet meiner hier,“ ſagte Herr Morrel;„ich nehme den erſten Wagen, den ich finde, eile nach Marſeille und bringe Euch Nachricht.“

„Gehen Sie,“ riefen Alle,„gehen Sie und kehren Sie bald zurück.“—

Nach dieſer doppelten Entſernung trat ein Augenblick entſetz⸗ licher Betäubung unter den Zurückbleibenden ein. Der Greis und Mercedes blieben einige Minuten ihrem Schmerze allein überlaſſen. Aber endlich begegneten ſich ihre Blicke, ſie erkannten ſich als zwei von Einem Stoße getroffene Opfer und fielen einander in die Arme.

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